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Motivwagen beim Irmenacher Markt dürfen nicht fahren.

Aus Sicherheitsgründen : Ein Festumzug, der stehen bleibt

Aus Sicherheitsgründen dürfen die Motivwagen beim Irmenacher Markt nicht fahren.

„Wenn einer eine Reise tut...“ So lautet am Sonntag, 2. Juni, das Motto des Festumzuges anlässlich des Irmenacher Marktes. Der dreitägige Markt findet von Samstag, 1. Juni, bis Montag, 3. Juni, statt. Doch der Festumzug geht erstmals seit vielen Jahren nicht auf die Reise. Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau hat die Sicherheitsauflagen für die großen Festwagen verschärft. Sie bleiben diesmal stehen. Ortsbürgermeister Martin Kirst: „Die Vorschriften bremsen den Festumzug aus.“

Die Irmenacher geben aber nicht so schnell auf. Die zwölf bereits gestalteten Motivwagen postieren sich in der Burgstraße, setzen sich nicht in Bewegung, können aber bewundert werden. Dafür werden aber die Fußgruppen durch den Ort marschieren, um den „Umstand“ in der Burgstraße zum Leben zu erwecken.

Renate Kirst, verantwortlich für die Organisation, ist enttäuscht, dass der traditionelle Festumzug wegen der Vorschriften zum Stillstand gebracht wurde. Sie lässt sich aber nicht entmutigen und sagt: „Am Sonntag setzen sich um 13.30 Uhr an der Kirche in Irmenach die rund 170 Akteure des „Umstandes“, traditionell angeführt von der Trachtengruppe Irmenach-Beuren und unter Mitwirkung des Musikvereins Hochscheid, in Bewegung, um den „Umstand“ in der Burgstraße zum Leben zu erwecken.“ Bis 15 Uhr besteht dann die Möglichkeit, das bunte Treiben rund um den „Umstand“ in der Burgstraße zu genießen. Die Musikvereine Hochscheid und Irmenach-Beuren sorgen während dieser Zeit für die musikalische Umrahmung.

Renate Kirst ist sich sicher, dass die Irmenacher im nächsten Jahr wieder einen fahrenden Zug präsentieren können. Ein „Umstand“ sei viel aufwändiger zu organisieren und letztlich doch nur eine Notlösung. Kirst: „Solange sich noch so viele Helfer finden, die schon Wochen und Monate vor der Veranstaltung den Umzug planen, Wagen bauen, Kostüme nähen und vieles andere, und sich immer noch Akteure finden, die mit Spaß und guter Laune beim Umzug mitwirken, sollte der Festzug am Irmenacher Markt nach wie vor ein fester Bestandteil des Irmenacher Dorflebens bleiben.“

Renate Kirst spart aber nicht mit Kritik. Sicherheit müsse sein. Die politisch Verantwortlichen sollten sich aber darüber im Klaren sein: Je mehr traditionelle Veranstaltungen dieser Art reglementiert würden, umso weniger werde es sie in Zukunft noch geben. Kirst: „Nimmt man den Dörfern ihre Traditionen, nimmt man ihnen auch einen Teil ihres Lebens.“

Nähere Infos zum Programm: www.irmenacher-markt.de