Mühlen-Affäre ohne Ende

Der plötzliche Abriss der Hirschfelder Mühle schlägt weiterhin hohe Wellen. Als ebenso dubios wird der dort entstandene Neubau empfunden, der ständig erweitert wird. Unmut, Erschrecken, aber auch Verwunderung über das Verhalten der zuständigen Behörden prägten eine Versammlung in Hochscheid, in der zum ersten Mal öffentlich Bürger ihre Befürchtungen äußerten.

Horbruch/Hinzerath/Hilscheid. (ed) "Ich bin schockiert!" - "Alles wurde platt gemacht!" - "Wie konnte so ein Bauvorhaben nur genehmigt werden!" - "Wer steht dahinter?" - "Hier wird mit zweierlei Maß gemessen!" Das waren nur einige der Unmutsäußerungen der knapp zwei Dutzend Personen, die sich nach einem spontanen Rundruf in Hochscheid trafen, um Meinungen und Informationen über die "Hirschfelder Mühlen-Affäre" auszutauschen und ihrer Sorge über die weitere Entwicklung Ausdruck zu geben. Eine informelle Runde war es, die sich - aus Bürgern von Horbruch, Büchenbeuren, Hinzerath, Hilscheid und anderen Dörfern bestehend - um Roland Mink, Hans-Jörg Dröschel und Rüdiger Barth in der Hochscheider "Römerstube" versammelt hatte. Allgemeine Verwunderung

Diese drei und weitere Anwesende hatten bereits in den Wochen zuvor in Leserbriefen ihre kritische Meinung zum abrupten Abriss der von Hans Becker verkauften Hirschfelder Mühle und den voluminösen Neubauten in dem idyllischen Talgrund kundgetan. Allgemein herrschte Verwunderung in der Versammlung über die Ungleichbehandlung der Bauherren durch die Verwaltung. "Gleiches Recht für alle!", lautete daher der Tenor der besorgten Bürger. "Gefälligkeitsverkettungen", parteipolitische Absprachen, möglicherweise sogar Rechtswidrigkeiten wurden vermutet. Und Fragen über Fragen wurden gestellt: Warum wurde die - durchaus nicht marode - Mühle von Ersterwerber Jörg Schumacher, dem Geschäftsführer des Flughafens Hahn, sofort an Vladimir Didenko weiterverkauft? Zu welchen Bedingungen? Wieso konnte die Kreisverwaltung Birkenfeld die von der SGD Nord angemahnten "Mängel" des Bauaufsichtsverfahren als "simple wertvolle Hinweise" abtun? Hat die von Vladimir Didenko, Direktor des Hahner Luftfrachtunternehmens "Rial Aviation Services", am 3. August 2007 neu eingetragene Baufirma etwas mit den überschnell hochgezogenen "Wohnhäusern" an der ehemaligen Mühle zu tun? Was läuft da im Hintergrund? Gibt es Pläne, die jetzt noch geheim gehalten werden? "Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt", bedauerten die Versammlungsteilnehmer. Und: "Wir wehren uns gegen Behördenwillkür." Und so wollen sie auch nicht lockerlassen, kündigten sie an. Eine intensive Fortsetzung der Recherche, eine Dokumentation der vormaligen Mühlensituation, der Gang an eine erweiterte Öffentlichkeit - so planen die Teilnehmer ihr weiteres Vorgehen. Nicht Emotionen, auch keine inhaltlichen Argumente helfen weiter - so ihre Sichtweise - , sondern nur die kritische Analyse der juristischen Situation.