Mühlrad der Geschichte

DHRONECKEN. (urs) Eingebettet in einen historischen Rahmen, lässt Hannolore Decker-Weber die Geschichte ihrer Familie – Dhronecker Sägemüller – Revue passieren.

Der Untertitel des Buches "Das Rad an meines Vaters Mühle" sagt im Grunde genommen alles über dessen Inhalt. Denn das Werk von Autorin Hannelore Decker-Reber, herausgegeben von Ehemann Horst Reber, einem Kunsthistoriker, ist viel mehr als eine Familiengeschichte. Würdigt es doch "Geschichte und Geschichten um die Wild- und Rheingrafschaft und Dhronecken im Hunsrück" und wird so zu einem Rad der Geschichte. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Autorin die Rolle der Mühlen im Allgemeinen sowie speziell der im Tal der Kleinen Dhron samt deren Einzugsgebiet. In diese strukturellen und historischen Rahmenbedingungen hat Decker-Reber, die bis kurz vor ihrem Tod an der Vollendung des Buches arbeitete, die Saga ihrer Familie eingewoben. Diese hat ihre Wurzeln in der Dhronecker "Deckersch-Mühle", die den Sägemüllern bis in die 60er-Jahre ein Auskommen sicherte. Decker-Reber, Lehrerin für Deutsch und Kunst, war im Elternhaus ihres Vaters allerdings nicht selbst aufgewachsen. Als Tochter eines Bahn-Ingenieurs, den es berufsbedingt ständig samt Familie an wechselnde Orte verschlug, wusste sie aber das heimelige Anwesen zu schätzen, das ihr Vater als Ruheständler bezog. Und das, obschon "nicht nur alles eitel Sonnenschein" dort war, wie ihr Neffe Holger Gettman weiß, der den Vertrieb des Buches übernommen hat. Sein Urgroßvater sei nämlich bei der Arbeit in der Mühle umgekommen. Doch auch ihn zieht es vom Lebensmittelpunkt Saarbrücken nach wie vor regelmäßig nach Dhronecken. "Die Liebe zu diesem Haus und zu der Gegend" habe er bei Besuchen des Großvaters entdeckt. Hannelore Decker-Reber: "Das Rad an meines Vaters Mühle" . Erschienen 2002 im Eigenverlag, 611 Seiten, 39,90 Euro. Vertrieb: Holger Gettmann, Trierer Straße 36, 66111 Saarbrücken, Telefon 0681/48009, Fax 0681/48011, E-Mail Holger.Gettmann@t-online.de. Auch erhältlich bei Tourist-Information Thalfang und in der Weinstube von Ruth Hildebrand, Dhronecken.