Mülheims junge Leute haben ein Dach über dem Kopf

Mülheims junge Leute haben ein Dach über dem Kopf

MÜLHEIM. (urs) Eine neue Generation ist dabei, sich im Mülheimer Jugendraum einzurichten, dessen Tür seit dem 1. Februar offen steht.

Bisher sind es etwa 15 Jugendliche, die sich in direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr im ehemaligen Mülheimer "Posthäuschen" treffen. Bisher allerdings noch nicht zu festen Öffnungszeiten, sondern entsprechend der Zeit der verantwortlichen Jugendraum-Betreuer. Denn einer von ihnen ist immer da, wenn der Raum öffnet. Einige junge Mülheimer absolvieren derzeit eigens eine Gruppenleiterschulung. Marc-Peter Schmidt (20), sowie Carina Mertes und Lena Orthmann (beide 16) haben aus dem Betreuerkurs schon brauchbare Kenntnisse gewinnen können. "Man merkt halt schon, dass die anwendbar sind", sieht sich Schmidt für etwaige Streitigkeiten oder Differenzen wegen der Hausordnung gut vorbereitet. Die Verantwortung ruht nicht allein auf den Schultern der jungen Leute. Bei Bedarf gibt's Hilfe vom Jugendraum-Beirat, in dem Eltern und der Ausschuss für Jugend und Soziales vertreten sind. Der Jugendraum sei ein Projekt dieses Ausschusses, erklärt Steffi Fehres, die selbst Mitglied ist und federführend für den Jugendraum verantwortlich zeichnet. Das Ziel sei, "dass die Jugendlichen in der Gemeinde die Möglichkeit haben, den Raum selbst zu organisieren und zu gestalten." Konkrete Ansätze, dass sie dies auch nutzen wollen, gibt es bereits. Carina (16) berichtet beispielsweise von Überlegungen, "bei einem Tag der offenen Tür Getränke und Kuchen zu verkaufen". Vielleicht gebe es dann ja auch die eine oder andere Spende. Mit dem Geld könnten dann Anregungen wie die von Martin Boos aufgegriffen werden, der es schade findet, dass der Raum kein Fenster hat. Die Jugendlichen sind seit den ersten Schritten hin zum Jugendraum eingebunden. Sie rühren mit Plakaten die Werbetrommel für die Idee und arbeiteten an der Hausordnung mit. Anders wäre dieser auch kaum Erfolg beschieden, weiß Jugendpfleger Guido Moll aus Erfahrung. Der "Aneignungsprozess" müsse aber auf beiden Seiten wachsen, also bei Jugend wie Erwachsenen. Dass der Raum seit dem 1. Februar geöffnet ist, verbreitet sich vorerst noch über Mundpropaganda. "Wir wollten's mal langsam angehen, dass sich jeder zurechtfinden kann", begründet Fehres. Doch die Jugendlichen haben bereits einen Text verfasst, der demnächst im Amtsblatt erscheinen soll. Die offizielle Eröffnung ist wetterbedingt im Frühjahr geplant. Der Weg für den Jugendraum, dessen Türen einige Jahre geschlossen waren, war schon 2004 geebnet worden. Eine Bedarfsermittlung bei Eltern und Jugendlichen war auf großes Interesse gestoßen, was angesichts der zahlreichen Mülheimer Jugendlichen nicht wundert. Im Alter von 13 bis 24 Jahre waren damals 155 gemeldet, so Fehres, und in der Kerngruppe 14 bis 20 Jahre 87. Dennoch war der Wunsch, einen eigenen Raum zu haben, bis dahin eher verhalten. Bei der Realisierung war die Unterstützung der Gemeinde von Vorteil, die 3000 Euro bereitstellte. "Die Wege waren kurz und einfach", dankt sie Ortsbürgermeister Horst Faust und dem Gemeinderat.