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Müllgebühren werden um bis zu 13 Prozent steigen

Müllgebühren werden um bis zu 13 Prozent steigen

400 Kilo Abfall pro Einwohner fallen im Kreis alljährlich an. Die Gebühren für dessen Entsorgung werden erhöht. Der Grund: die allgemeine Haushaltsentwicklung.

Bernkastel-Wittlich. Eine 80-Liter-Mülltonne wird im Zeitraum 2015-2016 86,40 Euro Gebühren pro Jahr kosten. Im vorangegangenen Zeitraum, 2011-2014 lag die Gebühr bei 78 Euro. Diese Erhöhung hat der Kreistag in seiner Sitzung am Montag mit einer Gegenstimme beschlossen.
Freilich liegen die Gebühren damit immer noch unter dem Satz, der im Zeitraum von 2006 bis 2008 erhoben wurde. Damals lagen die Kosten bei 93,90 Euro. Zum Vergleich waren es 2009-2014 86,40 Euro und 2011-2014 78 Euro pro 80 Liter-Tonne, wie sie in vielen Haushalten üblich ist (2-3 Personen).
Insgesamt entstehen 60 503 Tonnen Müll pro Jahr, rechnet man den kompostierbaren Grünschnitt (16 800 Tonnen) davon ab, ergibt das 400 Kilogramm Müll pro Einwohner (43 703 Tonnen Müll bei 111 000 Einwohnern).
Die Jahresgrundgebühr beinhaltet neben der Bereitstellung der Abfallbehälter, die bis zu 26 Mal im Jahr geleert werden, die Sammlung und Verwertung von Sperrmüll und Problemmüll, die Sammlung und Verwertung von Altpapier und die Entsorgung von Grünschnitt.
Die aktuelle Kalkulation läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren, weil die aktuellen Sammel- und Entsorgungsverträge bis 2016 laufen.
Die Erhöhung war notwendig, um die Gebühren der allgemeinen Haushaltsentwicklung anzupassen. Unter anderem wurde die Sickerwasseranlage der Deponie Sehlem saniert, was 750 000 Euro gekostet hatte. Die Altpapiererlöse sind seit 2012 rückläufig.
Zum 30. Juni 2014 standen 488 000 Euro Papierverwertungserlöse Sammelkosten in Höhe von 628 000 Euro gegenüber. Landrat Gregor Eibes: "Die moderate Gebührenerhöhung haben wir uns reiflich überlegt und kreuz und quer in den Ausschüssen diskutiert."
Willi Feilen (FWG) kritisierte, dass in der Kalkulation der Abfallgebühren noch nicht die Entwicklung berücksichtigt werde, ob die Biotonne eingeführt wird oder nicht. Eibes entgegnete, dass man bislang noch keine Grundlage habe, es gebe nur Gerüchte zu dem Thema. Deshalb könne man die Kalkulation nun nicht auf den Kopf stellen.
Jürgen Jakobs (CDU) wies darauf hin, dass man nun wieder auf dem Stand von 2010 sei. Auch andere Landkreise hätten Probleme mit geringeren Erlösen aus der Verwertung von Altpapier.
Willi Feilen nutzte zuvor die Einwohnerfragestunde, um dem Landrat als Privatperson eine Petition zu überreichen. Darin haben 2403 Menschen unterschrieben und sich für den Erhalt der Grünschnittsammelplätze ausgesprochen. hplExtra

Kosten für die Entsorgung: 5,68 Millionen Euro im Jahr - 400 Kilogramm Abfall pro Einwohner fallen an. 60 503 Tonnen Müll müssen jährlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich entsorgt werden. Der Erlös durch wiederverwertbaren Müll ist geringer als die Entsorgungskosten. 0,78 Millionen Euro Einnahmen werden aus dem Recycling-Geschäft erlöst. Pro Einwohner (111 000) kostet die Müllentsorgung 51 Euro. Die Einnahmen über 0,78 Millionen Euro werden mit der Verwertung von Altpapier und Anteilen bei den Erlösen der Systembetreiber für Verpackungsabfälle (Gelber Sack, Altglas) erwirtschaftet. Die reinen Sammel- und Entsorgungskosten bezifferten sich auf 5,2 Millionen Euro (2012). Insgesamt entstehen 60 503 Tonnen Müll pro Jahr, rechnet man den kompostierbaren Grünschnitt (16 800 Tonnen) davon ab, ergibt das 400 Kilogramm Müll pro Einwohner (43 703 Tonnen Müll bei 111 000 Einwohnern). hplExtra

Die neuen Müllgebühren: 80-Liter-Tonne: 86,40 Euro (78 Euro 2012-2014); 120-Liter-Tonne: 108 Euro (97,20 Euro 2012-2014); 240-Liter-Container: 175,20 Euro (157,80 Euro 2012-2014); 1100-Liter-Container: 850,80 Euro (750,60 Euro).