Multitalent mit Sinn für Humor

Wie erst jetzt bekannt wurde, starb kurz vor Weihnachten nach schwerer Krankheit Professor Dr. Marott Bronder vom Umwelt-Campus. Er war einer der drei Gründungsprofessoren.

Birkenfeld. (red) Marott Bronder kam 1995 von der Fachhochschule Bingen zum Umweltcampus nach Birkenfeld. Schon zuvor hatte er im Aufbauausschuss für den Campus mitgearbeitet, eine Aufgabe, die er noch weitere sechs Jahre ausübte. Daneben war der Professor Prodekan des Fachbereichs Umwelttechnik/-planung und hatte bis zuletzt die Funktion des Nutzungskoordinators für den Standort Birkenfeld inne. Während der Gründungsphase hatte sich Bronder maßgeblich für den innovativen Studiengang Umweltplanung engagiert. Der Erfolg dieses Studiengangs hat wesentlichen Anteil an der positiven Entwicklung des gesamten Campus.

Auch an anderer Stelle hat sein Wirken Spuren hinterlassen. "Marott Bronder wird von den Gründern vermutlich am längsten in aller Munde bleiben", sagt der ehemalige Vorsitzende des Aufbauausschusses, Prof. Dr. Michael Eulenstein. Bronder hatte sich nämlich während der Planungsphase die aussagekräftigen Abkürzungen für die Lehrveranstaltungen ausgedacht, über die noch heute viele der Studenten schmunzeln, so etwa "Natute" für naturwissenschaftlich-technische Grundlagen, "Grubio" für Grundlagen der Biologie oder "Aldast" für Algorithmen und Datenstrukturen.

Von seiner Ausbildung her war Bronder Chemiker, das Fach, das er in der Lehre am Campus vertrat. Daneben lehrte Bronder das Fach Luftreinhaltung, für das er auch ein wissenschaftliches Standardwerk verfasst hat. Vielen unbekannt blieb, dass Bronder auch in seiner Freizeit sehr kreativ war. Er war ein großer Freund des Chansons, schrieb eigene Lieder und Texte und gab sie gekonnt mit seiner Gitarre zum Besten. Außerdem schrieb er in seiner Campuszeit einen lesenswerten, spannenden Roman. "Der Umwelt-Campus ist dem Kollegen Bronder zu großem Dank verpflichtet", ergänzt Eulenstein, "ohne seinen wesentlichen Beitrag wäre der Campus nicht in dem derzeitigen guten Zustand."

Marott Bronder wäre im Januar 63 Jahre alt geworden; Er hinterlässt eine Frau und zwei Töchter.

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