Mundart-Stammtisch im Kröver Rathaus: Zu allen Schandtaten bereit

Mundart-Stammtisch im Kröver Rathaus: Zu allen Schandtaten bereit

Die Pflege der sprachlichen Eigenheiten in den Orten der Verbandsgemeinde (VG) Traben-Trarbach dauerhaft zu sichern, ist nicht einfach - und wird nicht einfacher. Das dürfte allen zwölf Dialekt-Interessierten, die zum Runden Tisch moselfränkische Mundart ins Kröver Rathaus kamen, bewusst geworden sein.

Nur gut halb so viele "Plattschwätzer" wie am 4. April in Traben-Trarbach waren diesmal dabei. Unter den zwölf Dialekt-Interessierten waren auch Walter Arbogast und Gerd Schommers von der Mundart-Initiative Cochem-Zell. Nach dem Motto, dass man das Rad nicht zweimal erfinden muss, möchte Bürgermeister Marcus Heintel dieses seit zehn Jahren als Verein organisierte Netzwerk auch als Plattform für Initiativen in der VG Traben-Trarbach nutzen. "Wir sind offen, unser Einzugsgebiet auszudehnen und zu allen Schandtaten bereit, wenn es Pflege und Erhalt der Mundart dient", signalisierte Schommers dazu Bereitschaft.

Der Überblick des Vereinsvorsitzenden über erfolgreiche und weniger erfolgreiche Initiativen zeigte, was möglich ist, aber auch welche Steine auf dem Weg liegen. So kommen regelmäßig 200 und mehr Besucher zu den Mundarttagen oder Ortsführungen. Aber die Versuche, über Schulen den Dialekt an die junge Generation zu vermitteln, sind größtenteils gescheitert.

Stolpersteine: Lehrer, die nicht mehr aus dem Ort stammen, in dem sie unterrichten, und die großen Einzugsgebiete, vor allem der weiterführenden Schulen. An Ganztagsschulen gebe es gewisse zeitliche Puffer, sagte Elke Raetz vom Gymnasium Traben-Trarbach zu den Möglichkeiten, Dialekt an Schulen zu vermitteln.

Die Lehrerin betonte aber auch: "Wenn man da etwas machen will, braucht man Externe." Sprich: engagierte Plattschwätzer, die beispielsweise eine AG am Nachmittag anbieten. Ob nun an weiterführenden Schulen, Grundschulen oder Kindergärten, wie es Heintel ins Gespräch brachte, gesucht sind Ansprechpartner in den 16 Gemeinden der VG. Aus Kröv, Kinheim, Starkenburg und Burg habe man auf die schriftliche Anfrage positive Rückmeldung, erzählte der Bürgermeister.

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