Mundpropaganda macht es möglich

Das 2010 in Traben-Trarbach gegründete Casino-Salon-Orchester hat schon oft zum Tanz aufgespielt. Schlager- und Filmmusik aus den 20er bis 40er Jahren des 20. Jahrhunderts gehört zum Repertoire. Jetzt freuen sich die Künstler über ein Engagement in Edgar Reitz` jüngstem Kinofilm "Die andere Heimat", wo sie auf der Dorfkirmes die Tanzmusik spielen.

Traben-Trarbach. Mundpropaganda machte es möglich. Auf der Suche nach einer geeigneten Kapelle musterte das Filmteam erfolglos verschiedene Musikvereine in der Region. Bei einem Statisten-Casting in Wolf gab ein Bürger dann den entscheidenden Hinweis auf das Casino-Salon-Orchester.
Sieben der insgesamt zwölf Orchester-Mitglieder und ein auswärtiger Trompeter bereiten sich jetzt auf den 15 Minuten dauern den Auftritt in der Hunsrücker Tanzscheune vor, der im Jahr 1843 spielt. Sie werden einen Walzer, einen Galopp, einen Rheinländer und eine Polka präsentieren. Die Musik stammt aus dem Fundus eines alten Trabeners. "Dessen Vorfahr war Wandermusiker in der Eifel und er besaß noch die Originalnoten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts", freut sich Klarinettist Jürgen Kullmann.
Eine CD-Einspielung hat die Truppe bereits an das Filmteam übergeben, damit sich auch die Tänzer auf ihren Part perfekt vorbereiten können. Mit Posaune und Trompeten, Geigen, Kontrabass und Klarinetten werden die Künstler zur Dorfkirmes aufspielen.
Drei Drehtage sind angesetzt; die Kostümbildner werden für die zeitgemäße Einkleidung sorgen, und bei den Herren sprießen bereits die Bärte, so, wie es damals Mode war. Etwas mehr Arbeit erwartet den Maskenbildner bei Maria Notte. Eine Frau in der Kirmeskapelle von 1843 wäre undenkbar. Wenn der Film 2013 in die Kinos kommt, wird sie als Geiger ihren Mann stehen. GKB