Musik, die Welten vereint

Eine-Welt-Musik im besten Sinne des Wortes haben der Trompeter und Komponist Markus Stockhausen und internationale Musiker bei einem Konzert in der Wittlicher Synagoge auf die Bühne gebracht.

Wittlich. Die Frage, welche Kategorie von Musik man eigentlich hört, stellt sich beim Konzert "Eternal Voyage" erst gar nicht. Sowie die ersten Töne des "Tagebuchs" erklingen, mit dem die Musiker sich vorstellen, wird deutlich, dass hier zum Kern aller Musik vorgestoßen wird - der Ebene, auf der sie Seelen von Menschen weltweit berührt. Ganz leise weben Tara Boumann mit Bassklarinette, Markus Stockhausen mit Synthesizer und Trompete, Florian Weber mit Piano, Dimitrios Dorian Kokiousis mit Perkussion und Rabih Lahoud mit seiner Stimme ein Gespinst, das die Besucher umhüllt.

Die Musiker vertonen Stimmungen. Jeder trägt aus dem Moment heraus Teile seiner Gefühlswelt, seines musikalischen Hintergrunds und seiner Kultur bei. Dabei entstehen Stücke, die Grenzen zwischen Klassik, Jazz und Folklore, zwischen Nationalitäten, Außen und Innen aufheben. Ihre ergreifende Wirkung, deren Nachhall man kaum mit Klatschen zerstören möchte, beziehen sie auch aus ihren Themen. Es geht um Existenzielles wie Hoffnung, Liebe und Vergänglichkeit. Dazu singt oder spricht der Libanese Rabih Lahoud arabische Texte, poetisch in Inhalt und orientalischem Klang. Teilweise ist es aber auch nur die zwischen Stille und Ekstase pendelnde Musik, die mythische Tiefe bis transzendente Höhe vermittelt. Jeder der virtuosen Musiker beweist dabei sensibles Gespür für den jeweils "richtigen Ton". Mit lang anhaltendem Applaus honoriert das Publikum diese neue, universelle Musik, für die mit der Synagoge Wittlich kaum ein stimmigeres Umfeld hätte gefunden werden können.

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