Musik verbindet

40 Jahre besteht Maria Grünewald schon im gleichnamigen Wittlicher Forst. Das hat die Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung mit der 15. Auflage des Festivals Rock im Wald sowie dem traditionellen Grünewaldfest gefeiert.

Wittlich. Die Zuschauer sitzen an Bierzeltgarnituren, trinken, rauchen, unterhalten sich. Vorne tanzen einige, Menschen mit Behinderung, Menschen ohne Behinderung, die Musik verbindet sie. Auf der Bühne stehen die Musiker von My Rock King Rico, der neuen Band von Maria Grünewald, und spielen Lieder mit halb lustigen, halb ernsten Texten.
Einrichtung feiert 40 Jahre


Die Band setzt ein Zeichen, allein durch die Formation, in der sie auf der Bühne steht: Es spielen Menschen mit und ohne Behinderung; wieder ist es die Musik, die eine Verbindung schafft. Unterschiede sind hier egal.
Genau das ist es, was Rock im Wald bewirken soll. "Wir machen das, um Brücken zu bauen", sagt Udo Bohn, der das Festival seit 15 Jahren mitveranstaltet. "Es sollen Leute hier hoch kommen, die sonst nichts mit Menschen mit Behinderung zu tun haben." Berührungsängste nehmen, ein gemeinsames Leben von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen - das, was Pädagogen gerne als "Inklusion" bezeichnen, wird bei Rock im Wald konsequent umgesetzt.
"Du bist wie du bist", singen My Rock King Rico in einem ihrer Songs, "und du bleibst auch so - jeder kann ein Hero sein!" Jeder ist einmalig, jeder kann zum Helden werden - das ist die Kernaussage des Songs, und irgendwie ist es auch die Kernaussage von Rock im Wald.
Insgesamt sind bei der 15. Ausgabe des Festivals am Freitag vier Bands aufgetreten - neben My Rock King Rico die Formationen Martha, Secondary Airflow und Clouds and Propellers. Für Maria Grünewald war es ein ereignisreiches Wochenende: Zwei Tage nach dem Konzert lud die Einrichtung am Sonntag zu ihrem traditionellen Grünewaldfest ein. Mit diesen und anderen Veranstaltungen feiert die Einrichtung dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.