Musikalisch glänzend

HIMMEROD. Abschluss der Himmeroder Woche: Mit einem Konzert für Orgel, Trompeten und Mezzosopran in der Abteikirche wurde das Fest beendet. Auch diesmal fanden viele Interessenten den Weg in die Eifel, um sich an überwiegend glänzender Musik zu erfreuen.

Als ein Nachklang auf die Himmeroder Woche gab es in der Eifelabtei noch einmal ein großes Konzert, bei dem sich die Veranstalter des Publikumsinteresses sicher sein konnten. Die Kombination von Orgel und Trompete übt immer einen besonderen Reiz aus, weshalb das nicht gerade kleine Gotteshaus auch nahezu bis auf den letzten Platz besetzt war. Am Spieltisch der großen Klaisorgel hatte der Saarbrücker Orgelprofessor Andreas Rothkopf Platz genommen, für die Bläserparts zeichneten Milen Haralambov und Nikolai Tschotchev verantwortlich.Virtuose Pianisten und Trompeter

Wähend Tschotchev sich mit Eleganz der barocken Literatur zuwandte, vertreten durch das bekannte und berühmte Trumpet Voluntary von Henry Purcell und der Sonata "La Cappara" in D-Dur aus der Sammlung Opus 35 des Italieners Maurizio Cazzati, widmete sich Haralambov mit Edvard Griegs "Letzter Frühling" und Georgi Tcherkims "Altes Lied" einem eher elegischen Genre. Das aber auch er mit der Virtuosität keine Probleme hatte, belegte er mit Eugène Bozzas "Rustiques", das schon fast ein wenig an Jazz erinnerte. Beide, Tschotchev wie Haralambov, konnten mit ihrem Können glänzen und das Publikum überzeugen. Gleiches galt für Rothkopf, der insbesondere mit Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge in D-Dur, BWV 532 sowohl stilistisch als auch technisch Überragendes zu bieten hatte. Aber auch Felix Mendelssohn Bartholdys Orgelsonate Nr. 3 in A-Dur erklang unter seinen Händen als ein Meisterwerk.Akustische Verhältnisse schmälern Klang

Anders sah es in den Teilen des Konzertes aus, die von Rothkopf und der Mezzosopranistin Iskra Bakalova gestaltet wurden. Die Sängerin des Trierer Theaters hat zweifellos eine beeindruckende Stimme, kraftvoll und glänzend. Es ist auch nicht zu bezweifeln, dass sie etwa das Erste der "Kindertotenlieder" sehr facettenreich gestaltete. Nur dürften diese Feinheiten bei den akustischen Verhältnissen kaum die Zuhörer erreicht haben. Lieder dieser Art gehörten besser in einen Kammermusiksaal und nicht in eine Kirche mit Kathedralakustik. Als einen literarischen Fehlgriff muss man die Arie der Erda aus Richard Wagners "Rheingold" bezeichnen. In einem christlichen Raum ein Werk erklingen zu lassen, das, mag es musikalisch auch noch so gelungen sein, eine Hommage an die germanische Götterwelt darstellt, bewegt sich nahe der Grenze zur Geschmacklosigkeit.

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