Kultur: Musikalische Eigengewächse überzeugen

Kultur : Musikalische Eigengewächse überzeugen

Die aus Bernkastel-Kues stammende Klarinettistin Friederike Roth ist mit dem Kulturförderpreis des Landkreises ausgezeichnet worden. Eine atemberaubende Stimmung zog die Zuhörer in ihren Bann.

Ein Musik­nachmittag, der alle begeistert hat: 220 Menschen feierten mit lang anhaltendem Applaus in der voll besetzten Synagoge in Wittlich die sechs Musiker, die ein Sonderkonzert anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Musikschule des Landkreises Bernkastel-Wittlich gaben. weitere Anlass: das 25-jährige  Bestehen  des Musikkreises der Stadt Wittlich. Im Mittelpunkt des Konzerts stand Friederike Roth aus Bernkastel-Kues.

Die Klarinettistin wurde von Landrat Gregor Eibes mit dem Kulturförderpreis des Landkreises ausgezeichnet. „Friederike Roth ist eine Preisträgerin, die es mehr als verdient hat“, sagte der Landrat und verwies in seiner Laudatio auf den norddeutschen Rundfunk, der Roth als eine der besten jungen Klarinettistinnen bezeichnet hatte. Man sei stolz, dass ein Eigengewächs der Musikschule den Weg bis nach Berlin gefunden habe und die Region hervorragend vertrete, sagte Eibes über die Echo-Preisträgerin, den sie zweimal als Leiterin des Berolina-Ensembles für ihre CD-Einspielungen erhalten hatte.

Eibes verwies in dem Zusammenhang am Beispiel Wittlich auf das vielseitige Kulturangebot auf dem Land. Zudem hob er die Bedeutung der Musikschule des Landkreises hervor, die viele Talente hervorgebracht habe. „Wir sind stolz darauf, dass sich die Schule im Landkreis etabliert hat. Sie ist unverzichtbar“, sagte er.

An diesem Nachmittag wurde diese Aussage musikalisch mehrfach bewiesen. Zum einen war es Preisträgerin Roth gewesen, die gemeinsam mit Ulrich Junk, Matthias Ambrosius, Stephan Kronthaler und Ulrich Krupp – alle Musiker stammen aus der Region oder sind hier aktiv - dem Publikum die Schönheiten des Klarinettenspiels demonstrierte. Exemplarisch genannt sei hier das Konzertstück Nr 1 f-Moll opus 113 von Felix-Mendelssohn-Bartholdy.

Äußerst filigran von allen Musikern gespielt zeigte die frisch ausgezeichnete Roth in vielen Solosequenzen ihr Können. Voller Harmonie stiegen die Melodien nach oben und entwickelten eine Lebensfreude, die in einem furiosen Finale ihren Höhepunkt fanden. Ganz andere Stimmungen zeigten die Musiker bei Stücken von Mozart, George Gershwin, Béla Kovacs und Terence J. Thompson.

Die Besucher erlebten hochwertige Unterhaltung im wahrsten Sinne des Wortes. Für Kontrapunkte in diesem Programm sorgte die Salmtaler Percussionistin Leonie Klein, die bereits 2012 den Kulturförderpreis erhalten hatte. Sowohl an der Snare-Drum, als auch an der Basspauke erzeugte die junge Musikerin eine atemberaubende Spannung, die sich beide Male erst beim Applaus löste, der mit zahlreichen Bravorufen durchsetzt war.

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