Musikgenuss in Manderscheid

Ein Vesperkonzert des Chores mit Musikern aus Trier begeistert die Zuhörer in der Lebensbaumkirche.

Manderscheid (red) Der Chor der Lebensbaumkirche und Gäste haben ein Vesperkonzert in der gut besetzten Manderscheider Kirche gesungen. Die Leitung hatte Günther Jung.
Beginnend mit Johann Sebastian Bachs erstem Satz des Brandenburgischen Konzerts Nr. 3 musizierte ein Ensemble des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier mit Instrumentalisten der Region.
Günther Jung wirkte dabei als Cembalist mit. Aus dem Liederzyklus Richard Wagners folgte das Wesendonck-Lied "Der Engel" mit der Solo-Sopranistin Eva Maria Amann vom Stadttheater Trier. Äußerst einfühlsam begleitete das Orchester, das damit den lyrischen Klangeindruck spürbar mittrug.
Im Weiteren kam es zu einer Begegnung mit Carl Reineckes Konzert für Flöte und Orchester in D-Dur, Op. 283. Das anspruchsvolle Werk, an der Schwelle zwischen der Romantik des 19. Jahrhunderts und der Moderne des 20. Jahrhunderts entstanden, wurde zu einer neuen Entdeckung für viele Zuhörer. Hervorragend die virtuose Leistung des Solisten Christian Ruhnke, der dem Publikum eine klanglich strahlende Farbigkeit und Dynamik seines Instrumentes, der Flöte, vorstellte.
Das Publikum applaudierte mit reichlichem Beifall dieser gelungenen Interpretation.
In der Guilio Caccini zugeschriebenen Vertonung des Ave Maria sangen sich anschließend Chor und Solistin Eva Maria Amann in die Herzen der Zuhörer. Die von Günther Jung konzipierte Bearbeitung für Chor, Solosopran und großes Orchester bot eine Fülle klanglich wirkungsvoller Elemente.
Mit Bachs "Air" aus der Orchestersuite D-Dur folgte eine Komposition, die dem Volkstrauertag gerecht wurde. In der Kantate "Wie schön leuchtet der Morgenstern" präsentierten sich Chor, Orchester und Solisten in vortrefflicher Weise. Die Stimmen waren klanglich homogen, die anspruchsvollen Passagen überzeugend und von mitreißender Frische.
Glanzvoll auch die von Eva Maria Amann gesungene Arie Nr. 3. Zusammen mit der souverän gespielten instrumentalen Solo-Partie von Daniel Poschta, gelang es ihr immer wieder, ihre klare Stimme voll zur Entfaltung zu bringen und die Stimmfülle mit Beweglichkeit zu verbinden.
Ausklingend mit Mozarts "Laudate Dominum" aus "Vesperae solennes de Confessore" endete eine Konzertstunde mit hohem Musikgenuss, den die zahlreichen Zuhörer mit lang anhaltendem Beifall belohnten und eine Zugabe wünschten.