Muskelkraft spart jede Menge Geld

Rund 4000 Stunden ehrenamtliche Arbeit und ein erwirtschafteter Mehrwert von 200 000 Euro sind die Bilanz einer Gemeinschaftsaktion in Monzelfeld. Unter Federführung von vier Vereinen haben freiwillige Bauhelfer die Bürgerhalle erweitert.

Monzelfeld. Der kommende Freitag, 6. Januar, ist ein besonderer Tag in Monzelfeld. Nach 14 Monaten Bauzeit wird der neue Anbau der Bürgerhalle erstmals genutzt. Der Musikverein wird sich zur ersten wöchentlichen Probe im neuen Domizil treffen. Die Rahmenbedingungen sind traumhaft. Weder Tuba noch Schlagzeug müssen künftig hin- und hergeschleppt werden. Denn der Verein verfügt über einen eigenen Raum für schwere oder sperrige Instrumente, die in den Mehrzwecksaal gerollt werden können. Diesen Luxus haben sich die Musiker allerdings hart erarbeitet. Denn die neuen Räume gäbe es ohne den tatkräftigen Einsatz von Gesang-, Heimat-, Karnevals- und Musikverein sowie weiterer Helfer nicht (der TV berichtete).
Rund 90 der gut 1200 Monzelfelder haben Woche für Woche insgesamt rund 4000 Stunden unentgeltlich geschuftet, berichtet Detlef Hauch. Als Mann vom Fach hatte er vorab eine Machbarkeitsstudie für das Vorhaben erstellt und so schließlich den Weg dafür geebnet.
Erstaunliche Eigendynamik


Schwung in das Projekt gebracht hatte zuletzt der Musikverein, der zeitweise ohne Heizung probte und selbst um diesen Proberaum noch bangte. Inzwischen haben sich die Befürchtungen laut Hauch bestätigt. Nach Schließung einer Gaststätte genieße der Verein für seine Proben derzeit "Kirchenasyl im Pfarrsaal". Hinzu kam, dass auch der Heimatverein seit Jahren über Platznot seiner Theatergruppe Abendrot klagte und schon tüchtig gespart hatte.
Der Gemeinderat unterstützte das daraufhin erstellte Konzept für einen barrierefreien und energetisch hochwertigen Multifunktionsanbau. Er sollte in Eigenleistung erstellt und von den Vereinen mitfinanziert werden. Heimat-, Musik- und Karnevalsverein steuerten je 5000 Euro bei. Mit weiteren 50 000 Euro ermöglichte der Heimatverein zudem den Bau einen eigenen Lagerraumes mit separatem Einfahrtstor. Der weniger mitgliederstarke Gesangverein, der am 23. Januar erstmals im Neubau proben wird, glich die unmögliche finanzielle Beteiligung durch seine engagierten Frauen aus. Sie bekochten während der Bauphase die Männer und reinigten die Räume. "Jeder hat das in seiner Macht Stehende getan", verweist Hauch den "enormen ehrenamtlichen Einsatz", der eine erstaunliche Eigendynamik entwickelt habe. Nur so sei es möglich gewesen, den 350 Quadratmeter großen Anbau, der geringfügig größer sei als der Altbau, ohne Zuschüsse zu stemmen. Letztlich koste der Anbau lediglich 140 000 Euro statt kalkulierter 350 000 Euro bei regulärer Firmenbeauftragung: "Wir haben der Gemeinde einen Mehrwert von 200 000 Euro erarbeitet."
Laut Ortsbürgermeister Johannes Zanders ist die Kommune nur mit rund 70 000 Euro im Boot. "Der Wert des Objektes ist ja ein Mehrfaches", lobt er alle Beteiligten. Der gelungene Anbau, der am Samstag, 21. April, eingeweiht wird, sei insbesondere der Vereinsgemeinschaft zu danken. Einige Bürger hätten sich "über das normale Maß hinaus" eingebracht. Außerdem hätten Sponsoren - darunter auch ortsansässige Firmen - das Projekt unterstützt.