Mutmaßlicher Fall von Polizeigewalt in Morbach

Kostenpflichtiger Inhalt: Polizei : Mutmaßlicher Fall von Polizeigewalt in Morbach

Bei einer Personenkontrolle soll am Wochenende ein Polizist einer Person zwei Mal ins Gesicht geschlagen haben. Die Kriminalpolizei in Idar-Oberstein und die Polizeiinspektion in Morbach prüfen den Fall. Die Sensibilität ist besonders hoch, nachdem sich mutmaßlich unlängst ein gravierenderer Fall von Polizeigewalt in Prüm ereignet hatte.

Es soll gegen 4 Uhr am Sonntagmorgen gewesen sein, als ein Mann mit mehreren Freunden in Morbach unterwegs war, um eine noch geöffnete Kneipe zu suchen, nachdem sie eine Shisha-Bar besucht hatten. Sie standen an der Straße und unterhielten sich, wie der Mann, der sich an den TV gewandt hat, erzählt.

Daraufhin habe ein Streifenwagen der Polizei angehalten. Die Beamten hätten die Personalien kontrolliert und die Gruppe aufgefordert, sich leiser zu unterhalten. Der Mann habe dann den Polizeibeamten aufgefordert, auch seine Dienstmarke zu zeigen. Der Polizist habe ihm darauf zwei Mal ins Gesicht geschlagen, sagt der Betroffene. Sein Kollege habe die Szene mit dem Handy gefilmt. Ein Polizist habe ihm verboten, zu filmen. Als er dieser Aufforderung nicht nachgekommen sei, habe der Polizist ihm das Handy aus der Hand genommen.

Anschließend seien beide aufgefordert worden, den Dienstwagen zu besteigen, um zur Wache zu fahren. Dabei sei die Tür so rasch zugeschlagen worden, dass sein Kollege die Hand nicht rechtzeitig wegnehmen konnte und sich deshalb verletzte.

Wie der Mann weiter erläutert, sei das Handy immer noch bei der Polizei. Er habe den Vorfall am Montagmorgen der Kriminalpolizei in Idar-Oberstein gemeldet.

Auf TV-Anfrage bestätigt die Polizeiinspektion Morbach, dass man sich mit dem Fall beschäftige und dass auch die Kriminalpolizei in Idar-Oberstein eingeschaltet sei.

der Hand genommen.

Mutmaßlicher Fall von Polizeigewalt in Prüm

Uwe Konz, Leiter der Pressestelle im Polizeipräsidium Trier, bestätigt, dass es einen Polizeieinsatz in der Bahnhofstraße in Morbach gegeben hat. Hintergrund sei der Anruf einer Zeugin gewesen, dass es dort zu Streitigkeiten gekommen sei.

Konz: „Im Rahmen der Ermittlungen einer Streifenwagenbesatzung vor Ort wurden mehrere Personen vor der Gaststätte angetroffen und deren Personalien überprüft.“

Im weiteren Verlauf seien Platzverweise gegen zwei Männer erfolgt, die jedoch zunächst ignoriert wurden. Bei dem Versuch, die Platzverweise durchzusetzen, sei die Situation so weit eskaliert dass nun gegen diese Männer unter anderem Ermittlungsverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet wurden.

Konz erklärt weiter, dass eine Mitnahme der Männer zur Dienststelle nicht erfolgen sollte, sie seien daher nicht zum Einsteigen in den Streifenwagen aufgefordert worden.

Zwischenzeitlich haben die Betroffenen Strafanzeige gegen die eingesetzten Beamten bei der Polizeiinspektion Idar-Oberstein erstattet.

Zum Zwecke der Beweissicherung sei das Handy beschlagnahmt worden. Die Ermittlungen dauern derzeit noch an. Die Verfahren werden nach Abschluss der Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Trier übersandt.

Vor einigen Wochen kam es mutmaßlich in Prüm zu einem schwerwiegenden Fall von Polizeigewalt. Dort soll ein Bundespolizist bei einer Festnahme auf einen am Boden liegenden Mann eingetreten und eingeschlagen haben. Vorangegangen war eine wilde Verfolgungsjagd, die sich insgesamt drei Personen mit ihrem BMW mit zwei Autos der Bundespolizei quer durch die Eifel geliefert hatten. In Prüm kam es zu einem Zusammenstoß, anschließend wurde der Fahrer festgenommen. (der TV berichtete mehrfach).

Von diesem Vorfall kursiert ein Video im Internet. Gegen einen der beteiligten Polizisten wird ermittelt.

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