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Nach Chemieunfall: Doch viele tote Fische in der Dhron gefunden

Nach Chemieunfall: Doch viele tote Fische in der Dhron gefunden

Das bei der Firma Schaeffler Friction Products ausgelaufene Lösungsmittel hat weitere Folgen. 132 Fischkadaver sind in der Dhron entdeckt worden. In der Nacht zum Freitag wurde die Kanalisation gespült. Die vier verletzten Mitarbeiter der Morbacher Werke sollten spätestens am Freitag aus der Klinik entlassen werden.



Anders als ursprünglich vermeldet, hat der Giftunfall bei Morbach offenbar doch zu einem Fischsterben geführt. Manuel Follmann von der Kreisverwaltung in Wittlich hat auf Nachfrage bestätigt, dass bei Rapperath "40 bis 50 tote Tiere" gefunden wurden. Morbachs Bürgermeister Andreas Hackethal korrigierte die Zahl am Freitagmittag nochmals nach oben. Insgesamt seien 132 Kadaver sichergestellt worden.
In der Unteren Wasserbehörde, die bei der Kreisverwaltung angesiedelt ist, geht man davon aus, dass das Fischsterben mit der Havarie bei der Firma Schaeffler Friction Products in Morbach am vergangenen Dienstag beziehungsweise Mittwoch in Zusammenhang steht. Größere Mengen des giftigen Lösungsmittels waren in die Kanalisation und offenbar auch in die Dhron gelangt (der TV berichtete). Nach Angaben des Bürgermeisters seien die Fischkadaver teilweise Schaeffler für Untersuchungen zur Verfügung gestellt worden.
Auch in der Nacht auf Freitag waren die Menschen in Morbach nicht zur Ruhe gekommen. Es gab erneut einen Einsatz von Gemeindeverwaltung, Polizei, Feuerwehr und dem Autozuliefererbetrieb, weil Anwohner wieder Geruchsbelästigungen gemeldet hatten. Deshalb wurde die Industriestraße gesperrt und die Kanalisation gespült. Die Maßnahme wurde noch in der Nacht abgeschlossen, nachdem neue Messergebnisse vorlagen. Hackethal spricht von "Null-Prozent-Werten" und sieht "keinen Grund zur Sorge". Aufgrund der Eigenschaften des Stoffes schließt er weitere Geruchsbelästigungen allerdings nicht aus. Die vier verletzten Mitarbeiter der Werke sind auf dem Weg der Besserung und sollten spätestens im Lauf des Freitags aus dem Krankenhaus entlassen werden.