Nach dem Ärger wegen der Filialschließungen bewegt sich die Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück wieder in ruhigerem Fahrwasser.

Nach dem Ärger wegen der Filialschließungen bewegt sich die Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück wieder in ruhigerem Fahrwasser.

Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss 2016 einstimmig beschlossen. Banker rechnen weiterhin mit Zinseinbußen.

Der Ärger über die Schließung von 13 Geschäftsstellen und 15 Geldautomaten mit Überweisungsterminals ist größtenteils verflogen, die Diskussionen und Proteste sind abgeebbt. Die Mitglieder der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück, beurteilen die Geschäftspolitik und strategische Ausrichtung der Sparkasse durchweg positiv. Am Dienstagabend tagte das seit der Fusion der beiden Kreissparkassen bestehende Gremium. Es musste lediglich den eine Stunde zuvor vom Verwaltungsrat einstimmig beschlossenen Jahresabschluss 2016 durchwinken.

Der Vorstandssprecher der Sparkasse, Edmund Schermann, bezeichnete die im Dezember 2016 vom Verwaltungsrat einstimmig getroffene Entscheidung als richtig - insbesondere für die Kunden. Schermann: "Wir haben rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt."

Schermann berichtete, dass von der Umstrukturierung 22?500 Kunden betroffen seien. Es habe einige Kontoauflösungen gegeben, unterm Strich sei die Zahl der Kontoneueröffnungen aber höher gewesen.
Schermann machte deutlich, dass die Sparkasse Mittelmosel "um jeden Preis" Negativ-Zinsen verhindern wolle. So verlangen einige Genossenschaftsbanken und Sparkassen Negativ-Zinsen auch für Privatkunden mit sehr großen Einlagen.

Vor diesem Hintergrund verteidigte auch Verwaltungsratsmitglied Alex Licht die strategische Entscheidung der Sparkasse Mittelmosel. Die Sparer müssten, so Licht, vor Negativzinsen geschützt werden.

Sparkassenchef Schermann verwies auf den kundenfreundlichen Service. So habe man für ältere Kunden einen Bargeldservice eingerichtet. Dieser sei bereits 400 Mal in Anspruch genommen worden.

Kurz angesprochen wurde auch der Umgang mit den nach den Filialschließungen freigewordenen Immobilien im Eigentum der Sparkasse. Dieses befinden sich in Bausendorf, Binsfeld, Bullay, Cochem-Brauheck, Enkirch, Kröv, Mülheim, Piesport, Wittlich-Lieserbrücke, Wittlich-Wengerohr und Zeltingen-Rachtig. Vorstandssprecher Schermann sagte, dass man im Juli/August mit dem Verkauf beginnen werde. Dann könnten Interessenten Angebote abgeben.
Das Geschäftsjahr 2016 bezeichnete Schermann als "ein gutes Jahr". Es sei geprägt gewesen von schwierigen Rahmenbedingungen und historisch niedrigen Zinsen. Die Bilanzsumme ist auf 2,65 Milliarden Euro leicht gestiegen, ebenso die Kundeinlagen auf nunmehr über zwei Milliarden Euro, das Kreditvolumen ist minimal auf 1,7 Milliarden Euro gesunken. Schermann machte deutlich: "Auf die Größe kommt es nicht an. Wir stellen Qualität vor Wachstum". Im Rheinland-Pfalz gehört die Sparkasse Mittelmosel zu den zehn größten Sparkassen. Die Ertragslage bezeichnete Schermann als befriedigend. Im Jahr 2016 lag das Betriebsergebnis vor Bewertung - also bevor die Werte von Krediten und Wertpapiere bilanziell berichtigt wurden - bei 25,8 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 26.8 Millionen Euro.

Schermann: "Wir sind mit dem Betriebsergebnis zufrieden, aber wir gehen davon aus, dass es tendenziell jedes Jahr weniger wird. Die geldpolitisch verursachten Belastungen durch weitere Zinseinbußen werden in den nächsten Jahren zunehmen. Es ist deshalb notwendig und richtig, jetzt noch kräftig Reserven aus eigener Kraft zu bilden. Das haben wir getan."