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Nach dem Hochwasser: Ministerin Anne Spiegel zu Gast in Wittlich

Unwetter : Ministerin: „Wir müssen noch besser vorsorgen“

Landesklimaschutzministerin Anne Spiegel macht sich am Freitag einen Eindruck zu den Hochwasserschäden in Wittlich.

(stra) Ein Jahrhundert­hochwasser – wie Experten sagen – liegt hinter der Stadt Wittlich und der ganzen Region. Mit 360 Zentimetern wurde am Pegel Plein ein neuer Höchststand der Lieser gemessen. Um das Ausmaß der Zerstörung in der Innenstadt mit eigenen Augen zu sehen, hat Anne Spiegel gemeinsam mit Bürgermeister Joachim Rodenkirch am Freitag den Platz an der Lieser besucht.

Das Ziel: Überprüfen, inwiefern die von ihrem Ministerium geförderten Schutzmaßnahmen gewirkt haben und um allen Helfern und Einsatzkräften ihren Dank auszusprechen. Nach Begutachtung der Lage waren Spiegel und Rodenkirch sich in einem Punkt einig: „Es hat sich gezeigt, dass die neueren Hochwasserschutzwände Schlimmeres verhindern konnten. Bei einem Pegel von 3,60 Meter kamen natürlich auch die an ihre Grenzen.“

Wo der Schutz nicht optimal gehalten hat, wurden laut Spiegel und Rodenkirch etwas ältere Schutzwände verwendet. Daraus schlussfolgert die stellvertretende Ministerpräsidentin: „Der Hochwasserschutz muss noch mehr ausgeweitet und modernisiert werden.“ Vor allem, da in Zukunft mit weiteren gefährlichen Überschwemmungen zu rechnen sei, denn: „Wir haben es bei der zunehmenden Häufigkeit und Intensität dieser Extremwetterereignisse mit einer Folge des Klimawandels zu tun.“

Künftig möchte sie auch mehr den Fokus auf die Vorsorge in Gebieten mit vergleichsweise kleinen Flüssen legen, da dieses Hochwasser gezeigt habe, dass sich vor allem da die komplette Zerstörungswut der Katastrophe entfaltet hatte. Daher sagte sie auch weitere finanzielle Unterstützung zu: „Für die Erstellung örtlicher Vorsorgekonzepte stehen in Rheinland-Pfalz insgesamt 18 Millionen Euro bereit. 5,37 Millionen Euro hat das Klimaschutzministerium bereits bewilligt, mehr als 3,33 Millionen Euro wurden den Kommunen aufgrund entsprechender Anträge bereits zugesagt. Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Neben den Kommunen, den Bürgern und dem Bund sind auch wir als Land gefordert und unterstützen die Kommunen weiterhin mit allen Möglichkeiten.“