Nach Erdöl bohren lohnt sich nicht

Nach Erdöl bohren lohnt sich nicht

Schiefer, Lava, Quarzkies und Sand: Das gibt es unter anderem an Bodenschätzen im Landkreis Bernkastel-Wittlich auf beiden Seiten der Mosel. Und sogar ein bisschen Gold. Aber das ist aus Sicht des Landesamts für Geologie und Bergbau kaum der Rede wert. Dafür aber gibt es etwas, das fast genau so hell leuchtet: Quarzkies.

Bernkastel-Wittlich. Dass die Suche nach Erdöl irgendwann an ihre Grenzen stößt, steht außer Frage. Unbestritten ist aber auch, dass es wahrscheinlich noch riesige Erdölvorkommen gibt, von denen kein Mensch etwas weiß. Wie beispielsweise in Bernkastel-Wittlich. Zumindest lässt es sich nicht hundertprozentig ausschließen, dass man dort, wo sich Eifel und Hunsrück nähern, auf Öl stoßen kann, wenn man nur lange genug bohrt. Dass dem so sein könnte, bezweifelt Friedrich Häfner allerdings.
Häfner ist Leitender Geologiedirektor des rheinland-pfälzischen Landesamts für Geologie und Bergbau. Und als solcher ist er davon überzeugt, dass man Ölreserven zwischen Bernkastel-Wittlich und dem Erdkern mit "großer Wahrscheinlichkeit ausschließen" kann. So viel also dazu - womit wir bei der nächsten Frage wären: Wie sieht es mit Gold aus? Immerhin gibt es den Goldbach in Andel. Und im Großbach bei Enkirch wurde 1826 ein Nugget mit 66 Gramm gefunden "Gold wurde ja bereits in einem kleinen Bach im Hunsrück gefunden", sagt Häfner, der jedoch darauf verzichtet, den Namen des Bachs oder den des Fundorts zu nennen.
Zu groß ist die Gefahr, dass gierige Leser die Lektüre an dieser Stelle abbrechen könnten, um dann im Goldbach nach Nuggets zu suchen. Das Goldvorkommen in Bernkastel-Wittlich habe ohnehin "keine wirtschaftliche Relevanz", erklärt der Geologe, der - so leid es ihm auch tue - das Angebot an oberflächennahen Rohstoffen in Bernkastel-Wittlich als eher gewöhnlich einstuft.
So dominiert beispielsweise im Westen, zwischen Manderscheid und der südlichen Ecke der VG Wittlich Land, der Buntsandstein. Im Südosten (Morbach, VG Thalfang) ist es Quarzit, im Bereich um Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach Dachschiefer, und westlich davon liegen mehrere Kies- und Sandfelder. Nichts Besonderes also. Einzige Ausnahme sei das Vorkommen an Quarzkies und Quarzsand in der VG Wittlich-Land. Dieser hochwertige, fast strahlend weiße Rohstoff, der auch im Landschaftsgarten- oder aber Straßenbau verwendet werde, sei landesweit eher selten und käme ansonsten nur noch im Taunus vor, erklärt Häfner.
Und weil das so ist, wird Quarzsand natürlich auch abgebaut, genau wie die anderen Rohstoffe des Kreisgebiets. So gibt es nach Auskunft des Landesamts für Geologie und Bergbau in Wittlich-Land insgesamt 50 Standorte, an denen die Rohstoffe gewonnen werden (siehe Extra). Verglichen mit der gesamten Kreisfläche sei der Anteil der Abbaugebiete allerdings gering, erklärt Häffner.
Demnach sind es in gerade mal 2,35 Prozent, also rund 27 von insgesamt 1178 Quadratkilometern, die für den Abbau zur Verfügung stehen. In der benachbarten Vulkaneifel seien es 3,5 Prozent, sagt der Geologe, wobei es in Rheinland-Pfalz auch Landkreise gebe, in denen der Anteil der genehmigten Abbaufläche unter einem Prozent liege. Besonders auffällig ist das Rohstoffvorkommen in Bernkastel-Wittlich also nicht. Wobei sich das natürlich noch ändern kann. Bislang hat ja keiner ernsthaft nach Öl gebohrt.
Nach Auskunft des Landesamts für Geologie und Bergbau gibt es in Bernkastel-Wittlich 50 Standorte, an denen Rohstoffe gewonnen werden. Diese verteilen sich wie folgt: Basalt (2), Lava-Sand (2), Kies und Sand (17), Sandstein (2), Quarzit (4), Quarzkies (11), Quarzsand (9), Ton (2) und Tonschiefer (1). uhe

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