Nach Hubschrauberabsturz: Ermittlungen laufen an

Mülheim · Vermutlich wegen eines technischen Defekts musste ein Pilot seinen Kleinhubschrauber über der Mosel abfangen und notwassern. Die beiden Insassen konnten sich an Land retten. Das Fluggerät versank im Fluss und wurde inzwischen geborgen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ermittelt derzeit in Mülheim.

Foto: (m_mo )

Mülheim. Glück im Unglück hatten ein Hubschrauberpilot und sein Passagier. Der Helikopter ist aus bislang nicht bekannten Gründen am Sonntagnachmittag bei Mülheim in die Mosel gestürzt. Offenbar konnte der Pilot des Hubschraubers eine Notwasserung machen. Das bestätigte die Polizei auf Anfrage. Der Lärm des über der Mosel fliegenden Hubschraubers offenbar bis ins gegenüberliegende Lieser zu hören, wie Anwohner dem TV bestätigen. Die beiden Insassen, ein Luxemburger und ein Franzose, retteten sich durch einen Sprung ins Wasser, sie blieben unverletzt und schwammen an Land.
Der etwa 400 Kilogramm schwere Kleinhubschrauber war von einer Wiese nahe eines Hotels gestartet, kurz darauf kam es zu einem Leistungsabfall im Motor des Hubschraubers, sodass dieser an Höhe verlor und abstürzte. Nach dem Sturz versank das Fluggerät fast komplett in der Mosel. Die Bergungsarbeiten waren gegen 21 Uhr abgeschlossen. Wie die Polizei in Bernkastel-Kues mitteilt, habe zu keiner Zeit eine Umweltgefährdung vorgelegen, es sei kein Treibstoff ausgeströmt.
Germout Freitag von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig erläutert dem TV gegenüber, dass nun die Untersuchungen des Vorfalls beginnen, der routinemäßig an die Braunschweiger Behörde gemeldet werden muss. "Ein Kollege ist bereits nach Mülheim gereist und untersucht die Situation." Dabei werde mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei zusammengearbeitet. Auch der Pilot und der Kopilot sollen dann zum Vorfall befragt werden. Mit einem ersten Bericht sei frühestens in sechs Wochen zu rechnen, so Freitag. Bis aber alles ausgewertet ist, könne durchaus bis zu einem Jahr verstreichen. Dabei werde klar zwischen den Ermittlungen der BFU, die sich auf den Hergang des Vorfalles beziehen, und denen der Staatsanwaltschaft, die den Verursacher und die Schuldfrage klären sollen, unterschieden.
Eine BFU-Statistik zeigt, dass Unfälle mit Hubschraubern im gesamten Bundesgebiet an dritter Stelle liegen. Im vergangenen Jahr gab es elf Vorfälle (Vorjahr neun), bei einem dieser Unfälle gab es drei Tote, bei einem weiteren einen Schwerverletzten. Unfälle mit Flugzeugen bis zwei Tonnen (ein- bis zweimotorige Maschinen) führen die Statistik an: 2014 gab es 54 (57) Unfälle mit zehn tödlich Verletzten.
An zweiter Stelle liegen Segelflugzeuge (auch mit Hilfsantrieb): 43 (43) Unfälle mit vier tödlich Verletzten ereigneten sich 2014. Linienmaschinen mit eine Gewicht über 5,7 Tonnen liegen mit fünf Unfällen und zwei tödlich Verletzten am Ende der Statistik.
Im Einsatz waren die Feuerwehren Kues und Mülheim, der Rettungshubschrauber, der Polizeihubschrauber, die Polizei Bernkastel-Kues und die Wasserschutzpolizei Bernkastel-Kues.
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