Nach Misswirtschaft ein Neuanfang

TRABEN-TRARBACH. 600 000 Mitglieder sind bundesweit in der Arbeiterwohlfahrt (Awo) organisiert. Im Traben-Trarbacher Ortsverband, der die gesamte VG umfasst, ist die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren auf nur noch 80 geschrumpft. Der Ortsverband stand wegen finanzieller Misswirtschaft vor dem Aus; jetzt soll ein Neuanfang gewagt werden.

Zu diesem Neuanfang sind Mitglieder und interessierte Bürger fest entschlossen, die sich zu einem Informations- und Kennenlernabend zur Zukunft des Awo Ortsvereins Traben-Trarbach in der Begegnungsstätte eingefunden hatten. Eingeladen hatten Hans-Jörg Händle, Organisationsreferent des Awo-Bezirksverbands Rheinland/Hessen-Nassau e.V. und Maria Bölinger, Vorsitzende des Kreisverbands Bernkastel-Wittlich. Die Revision hatte in Traben-Trarbach eine "nachvollziehbare Misswirtschaft", ergeben, so Hans-Jörg Händle. Es habe sich keiner bereichert, jedoch seien hier mit nicht an die Organisation abgeführten Mitgliedsbeiträgen "Löcher gestopft" worden.Alter Vorstand muss gehen

So beim "Essen auf Rädern", das im November 2003 eingestellt werden musste und ein Defizit von rund 10 000 Euro hinterlassen hat. Auch bestehen noch offene Forderungen der Stadt auf die Immobilie der Awo in Höhe von 19 000 Euro. Kreisverbandsvorsitzende Maria Bölinger versicherte den Mitgliedern: "Wir werden nicht auf Rückforderung drängen". Der misslichen finanziellen Situation des Ortsverbandes zum Trotz soll es weitergehen, und den Mitgliedern mangelte es nicht an Ideen, um der Awo wieder auf die Beine zu helfen. Zunächst soll noch in diesem Monat der alte Vorstand abgelöst und ein neuer Vorstand gewählt werden, und es soll auch eine neue Satzung geben. Vielseitig sind die Aufgaben der Arbeiterwohlfahrt, die sich um alte Menschen, Kinder und Jugendliche, Behinderte, Aussiedler und Ausländer kümmert. Zu den mobilen sozialen Diensten gehören das "Essen auf Rädern" und ein umfangreiches Hilfsangebot im Haushalt. "In Traben-Trarbach waren die Kaffeenachmittage immer sehr beliebt", weiß Klaus Weinmann, seit mehr als 30 Jahren Mitglied der Arbeiterwohlfahrt. Von 1948 bis Ende der 60er Jahre sei die Arbeit hier gut gelaufen, "dann kam ein Loch". Klaus Weinmann half seinerzeit mit, die Awo wieder erfolgreich aufzubauen, und dass der Flaute ein Aufwind folgen kann, darauf lässt sich heute hoffen. Maria Bölinger betonte, dem Kreisverband sei sehr daran gelegen, dass die ehrenamtliche Arbeit im Traben-Trarbacher Ortsverein wieder aktiviert werde. Die Begegnungsstätte in der Kirchstraße sei ideal für Familienfeiern oder Vereine und könne gegen eine Spende gemietet werden. Eine Wiederbelebung der beliebten Kaffeenachmittage und die Einrichtung von Spiele- und Skat-Nachmittagen wurden auf dem Informations- und Kennenlernabend ebenso angeregt wie ein "Tag der Offenen Tür". "In das Haus soll wieder Leben kommen", waren sich alle Mitglieder einig. Doch dazu bedarf es vieler ehrenamtlicher Helfer, die mit anpacken. "Früher waren viel mehr Menschen aktiv, die sind alle abgesprungen", bedauerte ein Mitglied. Natürlich sind auch Geldgeber herzlich willkommen, denn am Gebäude sind einige Reparaturen auszuführen. Am Freitag, 16. April, gibt es um 20 Uhr ein weiteres Treffen in der Awo-Begegnungsstätte in der Kirchstraße 54 in Traben. Dann sollen auch die Delegierten für die Kreiskonferenz gewählt werden. Alle Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt aus Traben-Trarbach und der gesamten Verbandsgemeinde und Bürgerinnen und Bürger, die für die Awo ehrenamtlich tätig werden möchten, sind eingeladen. Ansprechpartnerin für weitere Auskünfte ist Renate Braband, Telefon 06541/6852.