Nach Rauswurf: AFD-Kreisverband Bernkastel-Wittlich mietet Bürgerhaus

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Mit dem Gasthaus Zur Breit in Wittlich hatte der Kreisverband sein Tagungszentrum im Kreis verloren. Nun hat die Partei Probleme, einen neuen Gastronomiebetrieb zu finden.

Kein Problem: Wer einen Gastronomiebetrieb mit Räumlichkeiten sucht, um beispielsweise einen Geburtstag zu feiern, der dürfte im Landkreis Bernkastel-Wittlich eher die Qual der Wahl als Schwierigkeiten dabei haben, einen Veranstaltungsort mit Bewirtung zu finden. Zahlreiche Gastwirte würden einen wohl mit Handkuss empfangen. Andere Erfahrungen machte jedoch kürzlich der AFD-Kreisverband Bernkastel-Wittlich, der in der Kreisstadt Wittlich bereits zum zweiten Mal vor die Tür gesetzt worden ist (der TV berichtete). Ende Juni kassierten die Mitglieder des AfD-Kreisverbands eine herbe Klatsche, als sie in Begleitung einiger Bürger zum jüngsten Treffen des Kreisverbands im Gasthof Zur Breit in Wittlich eintrafen. Denn dort teilte ihnen Gastwirt Klaus Kreutz mit, dass ihr Treffen die letzte Zusammenkunft des AfD-Kreisverbands auf der Breit sein werde.

Auf TV-Anfrage erklärte der Gastwirt, diese Entscheidung auf Grund von Kundenbeschwerden getroffen zu haben. „Die AfD steht in der Öffentlichkeit oftmals in einem negativen Licht“, sagte Kreutz. Da sehe er die Gefahr, dass Tagungen der Partei in seinem Gasthaus auch seinen Betrieb in ungünstigem Licht erscheinen lassen könnten.
Doch wie geht es nach der Sommerpause, wenn die kommunalpolitischen Gremien wieder ihre Arbeit aufnehmen, für die AFD im Kreis Bernkastel-Wittlich weiter? Hat die Partei einen neuen Gastwirt zur Bewirtung mit entsprechenden Räumlichkeiten gefunden, um ihre politischen Veranstaltungen auszurichten?

Das sei nicht der Fall, sagt Kreisvorsitzende Brigitte Hoffmann. Sie habe mehrere Gastronomiebetriebe gefragt, um Angebote einzuholen, aber mehrere Absagen kassiert. „Als Antwort bekommen wir immer zu hören, dass man uns ja eigentlich gerne bewirten würde, sich das aber aus Angst vor Beschwerden und aus Rücksicht auf den eigenen  Betrieb nicht erlauben könne.“ Sie finde das traurig, sagt Hoffmann, wie Gastwirte unter Druck gesetzt würden.

Da die Partei bislang in der Kreisstadt Wittlich keinen neuen Gastronomiebetrieb, der sie bewirten wolle, habe finden können, sei nun nach einer anderen Lösung gesucht worden. „Unser nächster Bürgerinformationsabend am Donnerstag, 5. September, ab 19 Uhr wird im Saal der Eberhardsklause in Klausen stattfinden.“

Die Partei geht nun also dazu über, Bürgerhäuser zu mieten, um einen Ort für ihre politischen Veranstaltungen zu finden. „Im Gegensatz zu Gastronomiebetrieben schlägt es natürlich finanziell zu Buche, wenn man einen Saal mieten muss, wodurch zusätzliche Kosten entstehen“, sagt Hoffmann.

Seit der Kommunalwahl am 26. Mai ist die AFD mit drei Sitzen im Kreistag sowie jeweils einem Sitz im Verbandsgemeinderat Wittlich-Land und dem Wittlicher Stadtrat vertreten.

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