Nach Unfall auf der B 53: Corsafahrerin weiter in Lebensgefahr

Nach Unfall auf der B 53: Corsafahrerin weiter in Lebensgefahr

Wie es am Montagabend zu dem schrecklichen Unfall auf gerader Strecke zwischen Kinheim und Ürzig kam, muss ein Gutachter klären. Die Dimension machte auch die Rettungskräfte betroffen. Der Wehrleiter ging mit einem der Toten zur Schule.

Ürzig/Kinheim/Morbach. Automatisch gehen die Gedanken zehn Monate zurück. Anfang Juni 2015 starben bei einem Verkehrsunfall auf der B 327 bei Morbach drei junge Menschen, zwei weitere wurden schwerverletzt. Die besondere Tragik: Alle fünf stammten aus der Einheitsgemeinde Morbach, drei aus Morscheid-Riedenburg und zwei aus Hoxel. Und nun eine neue unfassbare Nachricht. Zwei der Toten des schweren Unfalls auf der B 53 zwischen Kinheim und Ürzig stammen aus Morbach. Auch die 35 Jahre alte schwerstverletzte Fahrerin des Wagens, in dem die Frau (33) und der Mann (32) saßen, kommt von dort.
Wie am Dienstag kurz berichtet, kollidierte der Opel Corsa der Frau am Montagabend mit dem Peugeot eines 52-Jährigen aus Kröv. Der Corsa wurde über die Leitplanke katapultiert und blieb in der Böschung liegen. "Das Heck befand sich in der Mosel", berichtet Christoph Zender, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach.
Nach Angaben der Polizei war der Corsa auf gerader Strecke auf die linke Fahrspur geraten und dort mit dem Peugeot zusammengestoßen. "Die Ursache ist noch unbekannt", sagt Klaus Herrmann, Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues.
Die Corsafahrerin schwebe weiter in Lebensgefahr. Wie in solchen Fällen üblich, sei beiden Fahrern eine Blutprobe entnommen worden. Das Ergebnis stehe in ein paar Tagen fest. In welcher Verbindung die drei Insassen stehen, weiß Herrmann nicht.
Christoph Zender, der in Kinheim wohnt, war als erster Feuerwehrmann vor Ort. Da nur ein Auto zu sehen war, ging er anfangs von einem Unfall mit nur einem Fahrzeug aus. Ersthelfer hätten sich schon um die Fahrerin des Corsa gekümmert. Die Beifahrer seien wohl schon tot gewesen. 60 Feuerwehrleute aus Kinheim, Kröv und Traben-Trarbach waren im Einsatz. Die Toten seien von erfahrenen Wehrleuten aus dem Auto geborgen worden, berichtet Zender.Bilder aus der Luft


Ein Polizeihubschrauber habe aus der Luft das Unfallbild dokumentiert. Ein weiterer Gutachter sei am Boden unterwegs gewesen. "Am Mittwoch wird er die Autos untersuchen", sagt Klaus Herrmann. Die B 53 war nach Zenders Angaben bis circa 23 Uhr gesperrt. Die Wehrleute trafen sich nach dem Einsatz noch zu einer Besprechung in Kinheim. Wer Beistand brauchte, wurde nicht allein gelassen.
Christoph Zender hatte auch ein einschneidendes Erlebnis: "Ich bin mit dem Toten zur Schule gegangen", erzählt er. Als ausgebildete Intensiv-Fachkraft habe er aber gelernt mit so einer Situation umzugehen.

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