Nach zehn Jahren Rechtsstreit: Millionen-Projekt für Wein aus Platten

Platten · Seit zehn Jahren kämpft Werner Görgen für eine Erweiterung seines Betriebs in Platten, im Mai 2012 soll jetzt sein neuer, 850 Quadratmeter großer Bau mit Kelterhalle, Wein- und Flaschenlager sowie Vinothek fertig sein. Investitionssumme: mehr als eine Million Euro.

 Bernhard Clemens (links) und Winzer Werner Görgen testen den Rotwein aus den neuen Tanks. Das Weinlager ist ein Raum im 850 Quadratmeter großen Neubau, der neben dem Winzerhofcafé in Platten entstanden ist.

Bernhard Clemens (links) und Winzer Werner Görgen testen den Rotwein aus den neuen Tanks. Das Weinlager ist ein Raum im 850 Quadratmeter großen Neubau, der neben dem Winzerhofcafé in Platten entstanden ist.

Foto: Ursula Quickert

Der Winzer aus Platten baut derzeit neben seinem Hofcafé am Maare-Mosel-Radweg ein zweites Gebäude, um seinen Betrieb zu vergrößern. Und vielleicht wird es dort eines Tages auch eine Wein-Tankstelle geben, wo vor allem Radfahrer und Wanderer unterwegs ihre Flaschen mit Plattener Tröpfchen auffüllen können.

Frischen Ideen wie diese sind Görgens Ding. Zahlreiche Vorhaben wollte er an der Plattener Bahnhofstraße schon umsetzen, doch nicht immer hatte er damit Erfolg. Vor genau zehn Jahren hat sein Kampf für die Erweiterung seines Familienbetriebs begonnen. 2001 kaufte er das ehemalige Bahnwärterhaus am Radweg. Ein Erlebnis-Weingut wollte er dort schaffen, mit Gästehaus für Wanderreiter und Radfahrer, Räderverleih und -werkstatt, Pferden, Vinothek - immer mehr Überlegungen kamen hinzu.

Als die Gemeinde davon erfuhr, fühlte sie sich überfahren und nahm ihre Genehmigung zurück, obwohl der Kreis Ja zu dem Projekt gesagt hatte. Daraufhin hob der Kreisrechtsausschuss im Sommer 2001 den positiven Bauvorbescheid auf. Begründung: Die Planung gehe über den von Görgen angekündigten Zweck hinaus, zur Bestandssicherung und Ausweitung seines Betriebes Gebäude und Halle bauen zu wollen, um seine Weine zu vermarkten und zu lagern. Die für den Weinbaubetrieb benötigten Räume würden nicht mehr überwiegen, damit sei das Vorhaben nicht privilegiert und außerhalb der Ortsbebauung nicht erlaubt. Die Landwirtschaftskammer und das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium aber befürworteten das Projekt, da es die Region touristisch aufwerte.

Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit. Bis vor das Oberverwaltungsgericht zog Görgen, damit aus seiner Vision Wirklichkeit wird. Und doch wird sie zum Teil Vision bleiben. Zwar unterlag Görgen vor Gericht, aber im kleineren Stil baut er jetzt trotzdem. Sein Hofcafé, das 2004 im ehemaligen Bahnwärterhäuschen eröffnet hat, ist dank einer weiteren Terrasse gewachsen, dazu gibt es dort Ferienappartements.

Nebenan finden eine Kelterhalle, ein Wein- sowie ein Flaschenlager und künftig auch eine Vinothek Platz in einem 850 Quadratmeter großen Neubau. Weinverkauf und -verkostungen soll es hier ab Mai ebenso geben wie Feierlichkeiten. "Mich haben auch schon Betriebe gefragt, on wir hier einen Hofladen einrichten wollen. Das könnte auch ein Thema sein", sagt Görgen.

Mehr als eine Million Euro hat der Winzer in den Neubau investiert. 250 Sitzplätze soll es künftig in Café und Vinothek geben, plus Arbeitsplätze für 15 Angestellte.

Realisieren durfte er dieses von Land und EU geförderte Vorhaben, weil es seinem Winzerbetrieb dient. Schließlich lagert Görgen seine gesamte Weinproduktion in die Bahnhofstraße aus. Damit gilt es als privilegiertes Bauvorhaben. Der Gemeinderat stimmte 2008 dem Vorhaben zu.

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