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Nachbarn waren schnell wie die Feuerwehr

Nachbarn waren schnell wie die Feuerwehr

HAAG/GONZERATH/KOMMEN. Blitzeinschläge entfachten am Freitagmittag drei Feuer in der Region Morbach. Die Feuerwehren, die Polizei und das DRK waren im Dauereinsatz. In Gonzerath konnte größerer Schaden durch heldenhaftes Handeln der Nachbarn und des Briefträgers verhindert werden.

Freitag, 13.35 Uhr: In Haag schlägt der erste Blitz in ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude ein. Die Hauseigentümer und die Nachbarn hören einen lauten Knall und bemerken dann den Brand. Die sofort alarmierte Feuerwehr rückt mit 45 Einsatzkräften, unterstützt von Polizei und DRK, an. Das Ökonomiegebäude brennt lichterloh. Das unmittelbar daran angrenzende Wohnhaus der Eigentümer kann die Feuerwehr vor größerem Schaden bewahren. Nach ersten Schätzungen der Kriminalpolizei Idar-Oberstein bewegt sich der Schaden trotzdem im Bereich von etwa 250 000 Euro. Um 13.44, also kurz nach Alarmierung und dem Ausrücken der Feuerwehr nach Haag, wird der nächste Brand gemeldet: Ein unbewohntes Haus in Kommen wird ebenfalls Opfer eines Blitzeinschlags. Die Feuerwehren Kommen und Longkamp haben den Brand schnell unter Kontrolle, sodass die herbeigerufene Stützpunktwehr aus Kues nicht mehr eingreifen musste. Um 14.40 Uhr kommt der nächste Hilferuf: Auch in Gonzerath brennt ein Wohnhaus. Die Eigentümer sind in Urlaub. Katharina Herlach und ihr Mann Edwin, Nachbarn der verreisten, bemerken das Feuer. "Es knallte wie ein lauter Gewehrschuss", sagt Edwin Herlach. Daraufhin sieht seine Frau aus dem Fenster und bemerkt schräg gegenüber Rauch aus dem Dachgiebel steigen. Dieser wird schnell dichter. Während Edwin Herlach zu den anderen Nachbarn rennt, die den Schlüssel für das Haus haben, alarmiert Katharina Herlach die Feuerwehr. Reinhold Petry, Briefträger aus Gonzerath, ist gerade beim Verteilen der Post und hilft heldenhaft: Mit einer Leiter und nassen Lappen versucht er zuerst den entstehenden Brand einzudämmen. Dann greifen die Helfer zum Gartenschlauch und bekommen so den Brand unter Kontrolle. "Als wir hinzustießen", sagt der Morbacher Wehrleiter Marco Knöppel, der seine Männer gerade aus Haag abziehen muss, "war das Feuer schon aus." Die Feuerwehr entfernt mithilfe der Drehleiter noch ein paar Dachziegel, um eventuellen Schaden festzustellen und um sicherzugehen, dass der Brand auch wirklich aus ist. Es entstand nur geringfügiger Schaden - dank des Einsatzes der Nachbarn und des Briefträgers.