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Nachhaltig, ökologisch und transparent

Nachhaltig, ökologisch und transparent

Fair erzeugen, fair vermarkten, fair einkaufen - unter diesem Motto haben Landwirte bei einer Podiumsdiskussion ihre Arbeitsbedingungen dargestellt. Die Veranstaltung war Teil der "Fairen Woche", an der sich mehrere christliche Organisationen beteiligten.

Wittlich. Fast hätte man meinen können, das Wittlicher St.-Markus-Haus wäre schon für das Erntedankfest geschmückt. Ein Ernterad mit Erzeugnissen aus der Region war vorbereitet und zeigte die Vielfalt heimischer Produkte. Was dort stattfand, war allerdings etwas anderes. Die Zuhörer hatten sich versammelt, um sich über regionale und faire Nahrungsmittelproduktion und Vermarktung zu informieren und darüber zu diskutieren.
Unter der Leitung von Irmgard Lütticken informierten zunächst zwei Selbstvermarkter und ein marktabhängiger Erzeuger aus der Region über ihre Betriebe und die Grundsätze, von denen sie sich leiten lassen. Paul Brandsmas, Hans-Dieter Leinen und Manfred Zelder waren sich schnell darin einig, dass bei der Nahrungserzeugung auf tiergerechte Haltung und umweltschonende Arbeitsweise großer Wert zu legen ist.
Darüber hinaus sei auch die regionale Vermarktung ein wichtiger Beitrag zur Schonung von Ressourcen. Brandsmas erwähnte, um dies zu verdeutlichen, sein Motto "regional - erste Wahl". Leinen betonte sehr eindrücklich, dass regionale Erzeuger ihre Kundenbindung nur durch ihre hohen Qualitätsstandards aufrechterhalten können.
Glaubwürdigkeit und Qualität


Zelder legte in ähnlicher Weise wie die beiden anderen auch großen Wert auf Transparenz. Auf seinem Hof sind zum Beispiel immer wieder Gruppen zu Gast, die sich über die tiergerechte Milchproduktion informieren können. In der lebhaften Diskussion wurde unter anderem besprochen, wie eine faire Preisgestaltung möglich ist. Die höheren Kosten nachhaltiger und ökologisch zu verantwortender Produktion müssten dem Verbraucher durchsichtig gemacht werden, damit sie auch akzeptiert werden. Das wichtigste Kapital der Betriebe seien ihre Glaubwürdigkeit und die hohe Qualität der Erzeugnisse. Dem Wettbewerbsdruck, unter dem Landwirte heute arbeiten müssen, könne er nur begegnen, weil in seinem Betrieb die ganze Familie mitarbeite, meinte Zelder.
Als Fazit der Veranstaltung, die im Rahmen der "Fairen Woche" vom Dekanat Wittlich, Pax Christi, dem Eine-Welt-Laden, der Kolpingsfamilie, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung und der Evangelischen Kirchengemeinde Wittlich angeboten wurde, appellierte eine Zuhörerin an die Verbraucher, ihr Einkaufs- und Ernährungsverhalten zu überprüfen und nicht zu vergessen, woher die Erzeugnisse, die wir konsumieren, stammen. red