Nachruf Macher und Menschenfreund: Zum Tode von Manfred Brand

Bernkastel-Kues/Wittlich · Er war nahbar und hatte stets ein offenes Ohr für alle seine Mitarbeiter, egal ob mit oder ohne Handicap. Manfred Brand, früherer Geschäftsführer des DRK-Sozialwerkes in Bernkastel-Kues, ist tot. Er starb mit 78 Jahren.

 Manfred Brand, ehemaliger Geschäftsführer des DRK Sozialwerkes Bernkastel-Wittlich, ist tot.

Manfred Brand, ehemaliger Geschäftsführer des DRK Sozialwerkes Bernkastel-Wittlich, ist tot.

Foto: suennen sonja

Manfred Brand war ein Chef vom alten Schlage: verantwortungsvoll, menschlich und nahbar. Dafür haben ihn viele seiner Mitarbeiter geschätzt. 26 Jahre lang – von 1981 bis 2007 – führte er als Geschäftsführer die DRK Sozialwerke Bernkastel-Wittlich gGmbH. In dieser Zeit prägte er die Entwicklung des DRK-Sozialwerks maßgeblich. „Ohne ihn würde es das Sozialwerk in dieser Form nicht geben“, sagt sein Nachfolger Carsten Mülller-Meine. Brands Leistungen listet Müller-Meine in einem Schreiben an den TV auf: 1981 gründet Brand, der am 22. April 1943 geboren wurde, eine neue Hauptwerkstatt auf dem Kueser Plateau.1991 wurde das Cusanus Hofgut unter seiner Ägide in Betrieb genommen, Wohnheime entstanden und das DRK Sozialwerk übernahm die Betriebsträgerschaft diverser Integrativer Kindergärten. Schließlich, im Jahre 2005, wurde das Integrationsunternehmens Wittegra gGmbH (ein Tochterunternehmen) ins Leben gerufen. Dort war er bis 31. März 2009 Geschäftsführer.

Walter Densborn aus Manderscheid, ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrates des DRK-Sozialwerkes, hat Brand viele Jahre gekannt. Er erinnert sich an ihn als jemanden, der „großes Vertrauen verdiente. Er war ein Macher. Einer, der die Dinge anpackte und durchsetzte.“ Was Densborn bis heute an Brand bewundert, ist, dass „er mit seiner Art, das Vertrauen der behinderten Menschen und deren Eltern gewonnen hat“.

Dabei hat Manfred Brand in den 1970er Jahren einst als Möbelkaufmann in Wittlich angefangen. Am Telefon meldete er sich charakteristisch mit „Büro-Brohl Brand“. In diesen Jahren engagierte er sich außerdem als CDU-Kommunalpolitiker im Wittlicher Stadtrat.

Auch Kulturmacher Hermann Lewen aus Bernkastel-Wehlen vermisst seinen Weggefährten. In einem sehr persönlichem Nachruf schreibt er: „Er war mir nicht nur über Jahrzehnte ein liebenswerter Lions-Freund im Lions Club Wittlich, sondern ein über Jahrzehnte geschätzter quasi Kollege und Wegbegleiter auf dem Bernkastel-Kueser Plateau!“

Von dem Menschen Brand schwärmt er: „Er lebte seine berufliche Verantwortung im wahrsten Sinne des Wortes, gab den Menschen mit Behinderungen eine Akzeptanz auf Augenhöhe und menschliche Achtung. Er engagierte sich in vielerlei Hinsicht, unter anderem in der Käthi- und Günter-Reh-Stiftung sowie im Stadtmarketing Verein Wittlich.“ Für seine vielen Engagements erhielt Brand das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Der Geist von Manfred Brand lebt im DRK-Sozialwerk weiter. Carsten Müller-Meine sagt: „Er hat sich durch seine Nähe zu unseren betreuten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ausgezeichnet. Er hatte immer ein Ohr für alle und ihm war wichtig, alle gleich zu behandeln. Jedem seiner Nachfolger hat er einen persönlichen Besuch abgestattet und diesen an seinen Erfahrungen teilhaben lassen.“

 Manfred Brand ist am 14. November mit 78 Jahren in Wittlich gestorben. Neben seiner Familie und seinen Freunde trauern zahlreiche ehemalige Mitarbeiter um ihn.

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