Nachwuchs kommt schnell in Fahrt

Feuerwehr, DRK und Malteser haben in Piesport mit Unterstützung eines Notarztes und des Hubschrauber-Teams Christoph 10 den Einsatz in einem Ernstfall geprobt, bei einem Brand eines Fahrgastschiffes auf der Mosel.

Piesport. Gleich mehrere Krankenwagen brausen durch den Ort in Richtung Mosel, von wo aus Hilferufe zu hören sind. Für die meisten Passanten hat das aber nichts Beängstigendes. Schließlich ist in den amtlichen Mitteilungen wie auch im Trierischen Volksfreund über die Übung an der Müsterter Brücke in Piesport informiert worden. Dort wird eine vorstellbare Notsituation auf der Mosel simuliert: Ein Fahrgastschiff, vom Personenschiffer Michels kostenlos zur Verfügung gestellt, ist mitten auf dem Fluss in Brand geraten. Auf dem manövrierunfähigen Schiff befinden sich Verletzte, die per Boot an Land gebracht werden müssen. Rettungshubschrauber Christoph 10 ist ebenfalls im Einsatz.Freiwilige Feuerwehr baut Ölsperre auf

Angehende Rettungsassistenten sowie die Malteser Hilfsdienste aus Piesport und Wittlich bringen die von Anästhesist Dr. Jörg Zimmer "erstversorgten" Menschen in Sicherheit. Währenddessen baut die Freiwillige Feuerwehr eine Ölsperre auf. Die Löschzüge Piesport und Niederemmel haben alle Hände voll zu tun.Nach der Vorjahresübung hat sich die Bernkastel-Kueser Lehr-Rettungswache der "DRK Rettungsdienst Eifel-Mosel-Hunsrück gGmbH" erneut für Piesport entschieden. Ziel ist, den Rettungsassistenten im zweiten Ausbildungsjahr einen etwas anderen Übungseinsatz zu ermöglichen. Die reibungslose Hilfe bei Straßenunfällen könne der Nachwuchs auch an den drei anderen Standorten Wittlich, Daun und Gerolstein trainieren, erklärt Rettungsassistent Thomas Erz.Deutsches Rotes Kreuz schminkt die Verletzten

Für die Simulation eines Notfalls auf dem Wasser bietet hingegen die Mosel beste Voraussetzungen. Laut Erz haben sich dieses Mal viele freiwillig für diesen Einsatz gemeldet. Der DRK Ortsverband Bernkastel-Kues habe zudem das Schminken der "Verletzten" übernommen, was allein schon an die zwei Stunden Zeit in Anspruch nimmt.Nach Ansicht einiger Zaungäste könnte sich das Ganze aber ruhig noch etwas länger hinziehen. Solche Übungen seien "lebensnotwendig", begrüßt der Piesporter Helmut Steffen die vorausschauende Aktion. Man sollte nicht warten, bis wirklich einmal etwas passiere. Außerdem bestehe ansonsten eher die Gefahr, dass im Fall der Fälle einer dem anderen im Weg stehe. "Der Ernstfall kann ja immer mal auftreten", betont auch Harald Herres die Notwendigkeit solcher Übungen. Bianca Homes und ihre Mutter Angelika Zachara verfolgen die Übung ebenfalls. "Es ist gut, dass sie so etwas ab und zu üben", sind sich beide einig. Schließlich könne es immer einen Notfall geben. Besonders positiv aufgefallen ist der Nachwuchs des Löschzugs Niederemmel: "Die sind richtig gerannt und waren auf Zack." Die Zuschauer sahen das genauso und applaudierten spontan zu dem schnellen Einsatz.