Nachwuchs vor und auf der Bühne

Die "Lott" hat gerufen, und es sind mehr als je zuvor gekommen: Über 8000 Besucher - von der Familie mit sechsmonatigem Kleinkind bis zum 66-jährigen Rock-Veteranen - hat es am Wochenende zum entspannten Festival mit unbekannten, aber oft guten Bands auf das Gelände in der Nähe des Flughafens Hahn gezogen.

Raversbeuren. Das Wetter hat - bis auf einige Schauer am Samstagabend - gehalten, die Leute sind gekommen: Mehr als 8000 Gäste haben die 33. Auflage des Lott-Festivals am Ortsrand von Raversbeuren besucht. Mehr als je zuvor.

Obwohl es anfangs gar nicht danach ausgesehen hat und die Helfer der veranstaltenden Lott-Gesellschaft beinahe im Dauerregen das Festivalgelände hergerichtet haben, zieht Jürgen Moog, Chef des Veranstaltungskommitees, eine durchweg positive Bilanz. Er sagt: "Wir sind sehr zufrieden: Wir haben tolle Rückmeldungen zum Musikprogramm bekommen, und ich bin auch selbst von Bands wie Babylon Circus, Asaf Avidan oder auch Mammut begeistert. Und mehr als 8000 Gäste sind auch toll, obwohl das Festival nicht noch größer werden darf, da sonst die Atmosphäre verlorengeht."

Denn genau die macht die "Lott" aus. Entspannung ist angesagt. Man kann die Musik von der Picknickdecke am Hang so nebenbei mitbekommen und sich mit Freunden unterhalten, was Leckeres essen oder trinken (da die Preise human sind), oder sich ins Getümmel vor der Bühne wagen und abtanzen. Aggression oder Gedränge: weitgehend Fehlanzeige.

Und wenn der Moderator dann darum bittet, das Festivalgelände ein wenig aufzuräumen, dann kommen dieser Aufforderung tatsächlich etliche Gäste nach.

Genau diese beinahe familiäre Atmosphäre begründet auch, weshalb so viele Kinder auf dem Gelände rumspringen. So sind Julia und Dirk aus Föhren mit ihren Zwillingen Max und Benni (5) sowie Joshua (1,5 Jahre) auch auf der Lott. "Wir finden die Stimmung und die Musik hier super, und den Kindern gefällt das Zelten sowie das Zirkusprogramm richtig gut. Deshalb sind wir hier", sagt Papa Dirk. Auch Daniel von der Mosel ist mit seinem Sohn Thilo (2,5 Jahre) da. Die beiden sitzen auf einer Decke am Hang und hören sich aus einiger Entfernung die Musik an. "Ich will was mit meinen Kindern machen, und auch das Festival erleben. Das kriegt man hier ganz gut unter einen Hut", sagt der junge Vater.

Und einigen Kindern macht auch die Musik bereits Spaß: Auf den Schultern von Papa wippen sie vorne an der Bühne zum Takt der Lieder. Spaß haben sie jedoch nur, wenn sie vorher Ohrstöpsel bekommen haben.

Spaß haben aber auch die erfahrenen Festival-Gäste. So wie Sebastian aus Wittlich, der bereits zum zwölften Mal die Lott besucht. Er sagt: "Das Schöne? Die Leute hier sind alle so unkompliziert. Da gibt es keinen Stress." Genießen ist auch für Silvia und Bettina aus St. Aldegund das Stichwort: "Die Musik ist super, die Leute sind nett. Es ist herrlich." Und wenn alle entspannt sind, freut das auch die Rettungskräfte. Aus Sicht von Polizei und Deutschem Roten Kreuz verlief das Festival "recht friedlich" - mit Ausnahme von zwei, drei kleineren Einsätzen.

Eine Konzertkritik finden Sie auf Seite 21.

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