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Nadja Hasslinger ist neue archäologische Mitarbeiterin im Vicus Belginum

Kultur : Neue Wege für Funde aus alter Zeit

Nadja Hasslinger will als neue archäologische Mitarbeiterin im Vicus Belginum bei Wederath Akzente setzen.

Im Archäologiepark Belginum ist nicht nur das neue Kulturzentrum der Einheitsgemeinde Morbach angesiedelt. Dort wird auch weiterhin wissenschaftlich gearbeitet. Dafür sorgt künftig Nadja Hasslinger, die als archäologische Mitarbeiterin die Nachfolge von Rosemarie Cordie – bis 2020 Leiterin des Archäologieparks – antritt. Hierbei handelt es sich um eine Teilzeitstelle.

Die 34 Jahre alte Hasslinger, die aus Südhessen stammt, jetzt aber in Hinzerath wohnt, hat Archäologie und die Geschichte der römischen Provinzen studiert. Zudem ist sie bereits seit 2012 im Archäologiepark tätig.

Begonnen hat Hasslinger an der Kasse, wurde von ihrer Vorgängerin aber auch gleich im museumspädagogischen Bereich mit eingespannt. Seit 2015 ist sie als Teilzeitkraft beschäftigt und hat bereits eng mit Cordie zusammengearbeitet. 2019 hat die 34-Jährige die Sonderausstellung „Was essen Kelten und Römer“, bereits mit umgesetzt. „Ich bin hier nicht neu, sondern kenne mich aus“, sagt sie. „Ich war vielseitig eingesetzt und kann auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.“

Wie wird sich die Zusammenarbeit mit der Universität Trier gestalten? Das müsse erst noch abgesprochen werden, sagt Hasslinger. Sie geht davon aus, dass die Universität die Arbeit rund ums Haus übernimmt, wie die künftigen archäologischen Arbeiten im Außenbereich. Aber das sei noch alles in Planung.

Selbst will die archäologische Mitarbeiterin zuerst an Punkten ansetzen, die zuletzt aufgrund der Arbeitsbelastung „runtergefallen“ sind. Dazu gehört eine Überarbeitung der Ausstellung. Denn mit modernen Untersuchungsmethoden, die es vor 20 Jahren noch nicht gegeben hat, sei man zu neuen Ergebnissen gekommen. Und die möchte sie in die Ausstellung einbringen. So habe man festgestellt, dass Belginum sich weiter Richtung Morbach erstreckte als bisher bekannt war. Analog dazu müssten die Karten in der Ausstellung angepasst werden. Allerdings werde das noch ein, zwei Jahre dauern. Dann sei man mit dem neuen Stand wieder präsent und aktuell.

Im Außenbereich will Hasslinger die Wege im Außengelände überarbeiten. Die Darstellungen des gallo-römischen Umgangstempel auf der anderen Seite der Kreisstraße seien mittels der Argo-App mit dem Smartphone zu sehen. Allerdings führe dort kein Weg hin, sagt sie.

Während ihres Studiums hat sich Hasslinger ausführlich mit historischer Pflanzenbestimmung befasst. Dieses Wissen möchte sie jetzt bei der Überarbeitung und Neugestaltung der Gärten einbringen. Denn auch auf den Schildern sollen die neuesten archäobotanischen Forschungsergebnisse vom Belginum einfließen. Dazu will sie sich auf Pflanzen konzentrieren, die zu den damaligen Zeiten angebaut wurden, sagt sie.

Ein weiteres Hauptaugenmerk legt sie auf die Sonderausstellung im kommenden Jahr, die derzeit unter dem Arbeitstitel „Archäologische und naturwissenschaftliche Methoden, um sich der Vergangenheit Belginums zu nähern“ geführt wird. Dabei soll auch ein Jubiläum gefeiert werden, denn 2022 besteht der Archäologiepark Belginum 20 Jahre. Hier kommt mit Rosemarie Cordie wieder ihre Vorgängerin ins Spiel. Denn diese arbeitet die Altfunde, die bis 2016 auf dem Gelände entdeckt wurden, weiter auf. „Ich habe vor, darauf zurückzugreifen“, sagt Hasslinger.

Für neue Funde, die künftig im Belginum ausgegraben und entdeckt werden, wäre die Juniorprofessur an der Uni Trier zuständig, wo dann auch die Forschungen weiterliefen. Und da erwartet Hasslinger in Bezug auf den Archäologiepark Belginum offenbar noch einiges: „Da steckt viel drin, was man noch nicht weiß.“