Nächster Gang im Marina-Projekt

Das Verfahren für das Millionenprojekt Marina Weingarten bei Zell und Briedel geht weiter. Der Beschluss des Verbandsgemeinderates Zell vom 5. November ist gültig. Geplant sind 180 Wohneinheiten und 160 Plätze für Boote.

Zell/Cochem. Eine erneute Offenlage des Flächennutzungsplans der Verbandsgemeinde Zell wird es im Zusammenhang mit dem Millionenprojekt Marina Weingarten Zell/Briedel nicht geben, weil sie nicht notwendig ist. "Der Beschluss, der in der Sitzung des Verbandsgemeinderates am 5. November getroffen wurde, ist abschließend", betont Bürgermeister Karl Heinz Simon. Und: "Es ergaben sich keine Gründe, die eine erneute Änderung des Entwurfs beziehungsweise eine erneute Offenlage erforderlich machen."
Der weitere Gang im Genehmigungsverfahren werde nicht aufgehalten. Es fehle nunmehr nur noch die Genehmigung der achten Änderung des Flächennutzungsplans durch die Kreisverwaltung. Innerhalb der Verbandsgemeinde Zell haben, so teilt die Verwaltung mit, 21 Ortsgemeinden und die Stadt Zell der Änderung zugestimmt. Ein Votum steht noch aus.
Die Zustimmung gilt als erteilt, wenn mehr als die Hälfte der Gemeinden zustimmen und in diesen mehr als zwei Drittel der VG-Einwohner leben. Der Flächennutzungsplan ist somit genehmigungsfähig. Das Verfahren ist abgeschlossen, wenn die Kreisverwaltung die Genehmigung erteilt. Simon: "Die erneute Beschlussfassung über die Änderung des Flächennutzungsplans hat keine zeitlich verzögernde Auswirkung auf das Projekt." Der zugehörige Bebauungsplan, der der Änderung des Flächennutzungsplans bedürfe, könne zudem erst abschließend beschlossen werden, wenn das Planfeststellungsverfahren für den Sportboothafen vollendet worden ist. Das Planfeststellungsverfahren zum Bau der Hafenanlage wurde im Sommer eingeleitet.
Bis Anfang Dezember haben die Träger öffentlicher Belange die Gelegenheit, zum Vorhaben Stellung zu nehmen. Danach werden die Pläne öffentlich ausgelegt. "Auch insofern ist festzustellen, dass eine konstante Weiterbearbeitung des Projekts erfolgt", stellt Simon fest. Das Bebauungsplanverfahren ist nach der erneuten Offenlage im Sommer bis auf die Abwägungen den Satzungsbeschluss betreffend abgeschlossen. Wie die Verwaltung mitteilt, werde der Planungszweckverband voraussichtlich Anfang Januar über die eingegangenen Anregungen entscheiden.
Wie berichtet sollen auf dem Gelände der Marina 180 Wohneinheiten (mit maximal 1700 Betten) und 160 Bootsplätze entstehen. Der niederländische Investor John van der Voort will das Projekt auf einem 32 Hektar großen Gelände umsetzen. Als Kosten stehen 4, 4 Millionen Euro im Raum.
Manche Einwender mutmaßen, dass der Tourismus an der Mosel leiden werde, wenn die Marina realisiert wird. Planer Udo Reihsner zitiert Stellungnahmen der Mosellandtouristik und der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH. Beide kommen zu dem Schluss dass die "Marina Weingarten" die Region "touristisch beleben" werde.
Ein Ehepaar aus Briedel wendet ein, der Bau des Hafens und der Ferienhäuser stelle "einen unzumutbaren Eingriff in Natur und Landschaft" dar. Reihsner räumt eine "nicht ausgleichbare Veränderung der Landschaft" ein. Das Bundesnaturschutzgesetz sehe bei zulässigen Eingriffen vor, dass nicht ausgleichbare Eingriffe an anderer Stelle ersetzt werden können. red