Nächstes Jahr ist alles weg

WITTLICH. Rund ein Drittel der ehemals militärischen Wohnblocks sind bereits abgerissen, der Rest soll spätestens bis Sommer 2008 verschwunden sein. Einige der Grundstücke sind verkauft, und dort, wo früher die Schule der in Wittlich stationierten Franzosen stand, wird bereits eifrig gebaut.

Noch ist die Abrissbirne nicht geschält, doch Marco Palzkill und Jürgen Fandel sind zuversichtlich. Die beiden Investoren und Bauunternehmer aus dem Raum Bitburg stehen im dritten Stock und blicken aus dem Wohnzimmerfenster. Oder aus dem Schlafzimmerfenster. So genau kann man das nicht mehr erkennen. Bett oder Schrankwand gibt es hier nicht mehr. Und genau genommen auch kein Wohn- oder Schlafzimmerfenster, sondern nur noch den Rahmen. Der Boden ist nass, und die Wände an einigen Stellen verkokelt. "Die Feuerwehr hat hier geübt", sagt Fandel, der wie Palzkill kein Problem damit hat, dass Menschen mit Helmen in ihrem Haus vorsätzlich mit Feuer und Wasser spielen. Im Gegenteil: Er hat es der Feuerwehr sogar erlaubt. Das Haus wird sowieso abgerissen - so wie das Gebäude nebenan, das bereits in Trümmern liegt. Was einst in der Hand der Franzosen war, wird jetzt durch präzise Baggerfahrer-Handbewegungen am Joystick zerstört. Sechs der einst 17 Wohnblocks sind bereits abgerissen, und zwischen einigen, die noch stehen, sind haushohe Haufen mit getrenntem Bauschutt. Bretter und Balken bilden einen der Hügel, Türen und Fenster einen anderen. Einen großen Haufen mit Altmetall gibt es jedoch nicht. Da seien andere schneller gewesen, sagt Fandel, während er die Treppe runtergeht. Immerhin: Das eiserne Treppengeländer ist noch da. Draußen, einige Häuserblockruinen entfernt vom Spielzimmer der Feuerwehrmänner und Schrottverwerter, auf dem Gelände "Alte französische Schule", erinnert nichts mehr an die Besatzungsmacht aus früheren Tagen. "Hier ist alles weg", sagt Wolfgang Laux von Bauimmobilen Sünnen und meint mit "weg" nicht die Schule, sondern die zu erwerbenden Baugrundstücke, die nach dem Abriss dort entstanden sind. Ungefähr 100 Baugrundstücke

Einige der Grundstücke sind schon bebaut - und bei anderen sei der Verkauf bereits beurkundet. Zwischen 110 und 125 Euro pro Quadratmeter kosteten die Flächen, die im Schnitt zwischen 500 und 700 Quadratmeter groß seien. Ungefähr 100 Baugrundstücke seien es insgesamt, die auf den drei Gebieten "Klausener Weg", "Alte französische Schule" und in der "Brunoystraße" entstanden sind oder in den kommenden zwei Jahren noch entstehen. Insgesamt ist die von den Investoren Marco Palzkill und Jürgen Fandel erworbene Fläche 43500 Quadratmeter groß. Was die Brunoystraße betrifft, so war die etwas höher gelegene Fläche mit Blick auf die Stadt zwar auch Eigentum des Bundesvermögensamts, jedoch bisher nicht bebaut. "Da wäre uns sehr daran gelegen, wenn ein Investor die ganze Fläche kaufen würde", sagt Laux, der sich bei der Vermarktung jedoch bisher mehr auf Klausener Weg und alte französische Schule konzentriert habe. Doch grundsätzlich könnten Interessenten hier wie auch auf den anderen Flächen die Größe ihrer Grundstücke weitestgehend selbst bestimmen. Was dann darauf entstehe, seien derzeit bis auf eine Ausnahme alles frei stehende Einfamilienhäuser, sagt der Makler. Spätestens bis Sommer 2008 seien alle Baugrundstücke vermarktet, fügt er hinzu. Bis dahin sollen auch alle Wohnblocks abgerissen, der Bauschutt beseitigt und die Flächen mit Erde aufgefüllt sein.