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Nächtliches Leben unter der Brücke

Nächtliches Leben unter der Brücke

Mario Schichel, Tamara Schaab und Martin Becker wollten Wittlich etwas Neues bieten: zwei Tage Live-Musik bei der Römischen Villa. Es hat geklappt. Rund 1000 Besucher feierten unter der Autobahnbrücke und machten das FestiWIL so zu einem Erfolg.

Wittlich. Gelegentlich zuckt es hell dort hinten am Himmel. Ganz selten trommeln einige wenige Regentropfen auf die Zeltwände dort links neben den Absperrungen. Aber im Großen und Ganzen sind sie am Samstagabend in Wittlich vom Unwetter verschont geblieben. Interessiert hat das die FestiWIL-Besucher aber ohnehin nicht. Sie standen trocken unter der Autobahnbrücke. Sie sprangen, tanzten, sangen und hatten einfach eine gute Zeit.
"Die Location ist super. Es ist mal was anderes, was Neues", sagt Anna Schwaab aus Erden. "Und das Line-Up gefällt mir richtig gut", ergänzt ihre Freundin Lisa Berthold. Die beiden sind noch etwas abgekämpft, sie waren gerade beim Auftritt des Essener Hip-Hop-Trios 257ers direkt vor der Bühne.
Das Line-Up konnte sich in der Tat sehen lassen. Bereits am Freitag kamen die Besucher und viele freuten sich ganz besonders auf die deutschen Metalcore-Jungs von Eskimo Callboy.
Kleiner Wermutstropfen: aus gesundheitlichen Gründen musste Egotronic am Freitag kurzfristig ihren geplanten Auftritt absagen. Dafür sprang die Trierer Heavy Metal-Band Carpet Room ein.
Am Samstag begeisterten vor allem die 257ers, die mit ihrem Publikum spielten, es immer wieder animierten mitzusingen und es zwischendurch sogar mit Wasserpistolen abkühlten. Auch die Band Dog Eat Dog rockte zum Abschluss des FestiWILs noch einmal mit röhrendem Saxophon, dröhnendem Bass und schepperndem Schlagzeug.
"Wir sind richtig zufrieden. Gute Stimmung, alles friedlich, so soll es sein", sagt Mario Schichel. Er hat das FestiWIL zusammen mit Tamara Schaab und Martin Becker organisiert. Rund 1000 Besucher sind laut seiner Aussage an den zwei Tagen da gewesen. Einige haben dort gezeltet, einige sind über Nacht nach Hause gefahren, wieder andere kamen nur für einen Tag - alles machbar.
Neben dem Line-Up und der Location wird übrigens auch die gute Organisation von den Besuchern gelobt: "Von den Parkplätzen, über die Toiletten, bis hin zum Campingplatz - alles tiptop. Außerdem gefällt mir, dass man hier direkt Merchandise von den Bands kaufen kann", erzählt Alexander Berhard aus Minderlittgen. Er hat in der Nacht von Freitag auf Samstag beim FestiWIL gezeltet und, wie auch immer, Pulli, T-Shirt, Socken und Schuhe verloren. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, beim Auftritt von Dog Eat Dog mitten in der Menge zu stehen und mitzuspringen.
"Unser Ziel war es ja, den Jugendlichen hier in Wittlich mal etwas Neues zu bieten. Ich denke das haben wir geschafft", erzählt Mario Schichel.
Ob das FestiWIL im kommenden Jahr wieder stattfindet, wollen die Organisatoren Martin Becker, Tamara Schaab und Mario Schichel schon bald entscheiden. Philipp Lenz aus Enkirch jedenfalls hält sich im kommenden Jahr schon einmal ein Wochenende frei: "Ich wäre auf jeden Fall dabei." Er wäre sicher nicht der einzige.mla