Nah am Hof des Erzbischofs gebaut

Die Schweiz liegt nicht nur in den Alpen, sondern auch in der Wittlicher Altstadt. Und auf der Kegelbahn in Wittlich wird nie gekegelt. Doch woher stammen diese Namen? Der TV hat nachgefragt.

Wittlich. Bei Straßennamen in Neubaugebieten ist es einfach herauszufinden, woher die Namen stammen. Sie werden vom Stadtrat beschlossen. Oder wie im Fall der Luxemburgstraße in Wengerohr aufgrund eines Beschlusses geändert.

Bei den Namen orientieren sich die Räte entweder an alten Flurnamen oder wie beispielsweise in Neuerburg an Pflanzen. Besonders in der Altstadt gibt es jedoch viele Straßennamen, die es schon gab, ehe Räte Straßennamen festlegten. Der TV hat bei Dr. Klaus Petry nachgefragt. Der promovierte Historiker hat bereits mehrere Bücher über die Geschichte der Stadt Wittlich und deren Bewohner geschrieben.

Gleich drei Namen auf einen Streich handelt Petry bei der Begriffserklärung des Namens "Kordel" ab. Denn in der westlichen Altstadt gibt es die Untere, die Mittlere und die Obere Kordel. "Kordel ist abgeleitet vom lateinischen Wort ‚curtis'", sagt Petry. Die Übersetzung für das Wort lautet Hof oder Hofstatt. Daneben gibt es die Bedeutungserklärung "Curtilis", was mit "Raum, wo ein Hof steht/zum Hof gehörig" übersetzt werden kann.

Im Fall der Wittlicher Kordel handelt es sich um den Hof des Trierer Erzbischofs. Und wo befand sich dieser Hof genau? Dazu Klaus Petry: "Von seiner Lage wissen wir nur, dass er gegenüber der Kirche ("Am Kirchhof", heute Pfarrgarten) lag, vermutlich dort, wo einst das Haus Ronde stand, heute St.-Markus-Haus."