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Nahwärme auch für Altbau-Nachbarn

Nahwärme auch für Altbau-Nachbarn

Das Neubaugebiet "In den Flurwiesen" und die Kanalisation des Ortsteils Thalveldenz prägen den diesjährigen Haushalt der Gemeinde, die 830 000 Euro investieren will.

Veldenz. (urs) In diesem Jahr wird in Veldenz viel gebaggert. Die Kanalisierung des Ortsteils Thalveldenz hat bereits begonnen, und die Erschließung des Neubaugebietes "In den Flurwiesen" steht kurz bevor.

Rund 500 000 Euro sind dafür im Haushalt veranschlagt. Darin nicht enthalten ist das Nahwärmenetz, für das sich der Gemeinderat nun ausgesprochen hat. Vorausgegangen war ein Infoabend der Trierer Stadtwerke (der TV berichtete), der nicht nur die zehn potenziellen Bauherren interessierte.

Das sei einfach die "ökologisch beste Lösung", kommentiert Ortsbürgermeister Norbert Sproß. Flüssiggas, Pellets und Holzhackschnitzel könnten verheizt werden und die Bauherren, die Baukosten sparten, könnten einen 24-Stunden-Service nutzen. Außerdem werde nur ankommende Wärme berechnet. Und davon sollen auch Eigentümer angrenzender älterer Häuser profitieren. An einem Anschluss interessierte Bürger können sich bei der Gemeinde melden. Den Grundstückspreis hat der Rat nach nicht öffentlicher Beratung auf 58 Euro pro Quadratmeter voll erschlossen festgelegt. "Der Preis ist nach oben gerutscht, weil das Land zum Teil teuer gekauft werden musste", begründet Sproß.

Für Gehwege und Straßenbeleuchtung in Thalveldenz stellt die Gemeinde weitere 214 000 Euro bereit. Laut Sproß werden sich die Arbeiten einschließlich der neuen Zufahrt noch über das ganze Jahr hinziehen. Danach gehe es an Dorferneuerungsprojekte.

Angesichts der hohen Investitionen freut ihn, dass die Anlieger moderater als erwartet veranlagt werden. Nach Gesprächen mit der Landrätin und dem Landesbetrieb Mobilität sei die Summe 100 000 Euro niedriger.

In den Gesamt-Investitionen von 827 300 Euro stecken zudem 70 000 Euro für eine Hofweg-Seitenstraße und 40 000 Euro für einen neuen Traktor. Dieser ist für Sproß kein Luxus. Der alte habe 30 Jahre Dienst getan und sei weder für den Ausbau von Wirtschaftswegen noch für die Pflege von Wanderwegen geeignet.

Zur Finanzierung der Investitionen benötigt der langfristig mit an die 760 000 Euro verschuldete Ort rund 300 000 Euro Kredit. Laut Kämmerer Günter Wagner ergibt sich daraus eine Pro-Kopf-Verschuldung von 784 Euro, die deutlich über dem Landesschnitt (314 Euro) liegt. Erhöhungen von Steuern und Gebühren bleiben den Bürgern aber erspart. Das Defizit der Pflichtaufgaben wäre damit auch nicht auszugleichen. Bei 1 245 200 Euro Erträgen und 1 331 200 Euro Aufwendungen fehlen 86 000 Euro, die vorsorgliche Abschreibungen noch erhöhen werden. Doch dafür sind Altfehlbeträge aus 2006 und 2007 (806 539 Euro) noch im Vorjahreshaushalt bereinigt.