Nahwärme lockt Investoren

Nicht nur bauwillige Familien fühlen sich angezogen vom Veldenzer Neubaugebiet "Flurwiesen", dessen Erschließung nun angelaufen ist. Das Areal, in dem eine Nahwärmeversorgung installiert wird, macht den Ort auch für Investoren attraktiv.

Veldenz. (urs) Im Veldenzer Neubaugebiet "Flurwiesen" sind die Bagger angerückt. Mit einem Großeinsatz von Maschinen und Fahrzeugen wird die bisherige landwirtschaftliche Fläche am Ortseingang aus Richtung Mülheim in Baugrundstücke umgewandelt. Rund 30 Parzellen für Einfamilienhäuser werden dort entstehen. Die ersten Bauanträge von Privatleuten sind laut Ortsbürgermeister Norbert Sproß bereits auf den Weg gebracht. "Die wollen bald anfangen", hofft er auf nacheifernde Bauwillige.

Einige weitere Interessenten gebe es bereits. Daher werde die Gemeinde bis Jahresende wohl die ersten zehn Grundstücke verkauft haben. Die Parzellen seien voll erschlossen für 58 Euro pro Quadratmeter zu haben und teilerschlossen für 36 Euro.

Die nun angelaufenen Arbeiten sehen den Ausbau der Straßen samt Beleuchtung vor sowie das Verlegen sämtlicher Versorgungsleitungen. So werden mit Wasser- und Kanalleitungen auch die Kabel für Strom und Telefon verlegt sowie gleich in einem Rohre für die Nahwärmeversorgung des Neubaugebietes (der TV berichtete). Der Gemeinderat hat sich im März für ein von den Trierer Stadtwerken vorgestelltes Konzept ausgesprochen. Dieses sieht ein Blockheizkraftwerk vor, das auch "Insellösungen" im Ort ermöglichen soll. Dorfmitte-Anwohner oder auch das Rathaus könnten so mit Nahwärme versorgt werden. Laut Sproß gibt es derzeit sogar Überlegungen, dies für den gesamten Ort zu ermöglichen. Dann könnte ein Großteil der Altbauten angeschlossen werden. Zu der jüngsten Bürgerversammlung wegen des bevorstehenden Ausbaus von Innerortsstraßen seien nämlich mehr als 50 Veldenzer erschienen. Sollten sich mindestens ebenso viele Interessenten tatsächlich bei der Nahwärme einklinken wollen, würden die Stadtwerke dies entsprechend umsetzen. Eine entsprechende Umfrage lief bis gestern im gesamten Ort.

Für den Gemeinderat waren laut Sproß zwei Überlegungen entscheidend: Die Nahwärme sei nicht nur kostengünstiger als alternative Varianten, sie schone auch die Umwelt.

Davon abgesehen lockt die alternative Energieversorgung offensichtlich auch Investoren in den Ort. So plant ein Bauunternehmen laut Sproß den Bau eines Musterhauses in den Flurwiesen. Und nicht weit entfernt könnte auf einem 3000 bis 4000 Quadratmeter großen Grundstück ein "Mehrgenerationenhaus" entstehen. Die 20 bis 25 Wohneinheiten seien in erster Linie für ältere Leute gedacht, die dort später auch gepflegt werden könnten. Die Wohnungen sollten aber auch jungen Leuten offen stehen.

Die vor wenigen Tagen begonnene Erschließung wird nach Einschätzung von Sproß binnen zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein. Es werde nun alles so hergestellt, dass die Leute anfangen könnten zu bauen. Die Straßenfeinschicht werde aufgebracht, wenn 50 Prozent des Areals bebaut seien.