Nationalpark Hunsrück-Hochwald - Auf Spurensuche nach der Wildkatze

Nationalpark Hunsrück-Hochwald - Auf Spurensuche nach der Wildkatze

Die Tiere sind das Symbol des Naturschutzgebiets. Wer Interesse hat kann jetzt mehr über sie erfahren und gemeinsam mit anderen auf Spurensuche gehen.

Erbeskopf Wie viele Wildkatzen leben eigentlch im Nationalpark? Und in welchen Bereichen des Schutzgebietes leben sie?

Die Wildkatze ist das Symbol des vor zwei Jahren eröffneten Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Und sie zählt zu den Tierarten, die sehr scheu sind, die einem Wanderer kaum mal zufällig vor die Füße laufen.
Anja Schneider vom Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald will der Wildkatze nachspüren. Doch wie zählt man eine scheue Wildkatze? Anja Schneider setzt hierfür das so genannte Lockstock-Monitoring ein. Das heißt im Nationalpark werden systematisch Lockstöcke, das sind angeraute und mit Baldriantinktur besprühte Holzpfähle, verteilt. Der Baldriangeruch lockt die Katzen an. Diese reiben sich an dem aufgerauten Holz und hinterlassen so Haare. Die Haare werden dann vom Wildkatzen Monitoring Team des Nationalparks regelmäßig eingesammelt und genetisch untersucht.

Die Untersuchungsergebnisse liefern Daten über die Anzahl der Wildkatzen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, ihre Verbreitung und die genetische Vielfalt. Die Methode des Systematischen Lockstock-Monitoring ist nicht neu. Sie bedient sich einer natürlichen Verhaltenseigenschaft vieler Raubsäuger. Insbesondere während der Paarungszeit, der sogenannten Ranz, markieren Wildkatzen ihr Revier außer mit Urin auch durch Reiben ihres Körpers an einem Gegenstand. Dazu zählen auch die mit Baldrian besprühten Lockstöcke. Diese Verhaltensweise der Wildkatze bietet die Möglichkeit ohne Fang oder direkten Kontakt an Haare zu gelangen.

Das Zeitfenster des Monitoring erstreckt sich von Januar bis März (Ranzzeit). Im Nationalpark wird es aber über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden. "Durch das Vorkommen der Wildkatze, als Leitart für strukturreiche, naturbelassene und störungsarme Lebensräume sehen wir es als Aufgabe des Nationalparks ein systematisches Monitoring dieser Art zu etablieren," sagt Anja Schneider. Manch einem aufmerksamen Spaziergänger sind diese Holzpfähle schon aufgefallen. Diese sollen nicht angefasst werden und sollen an Ort und Stelle stehen gelassen werden, bittet Anja Schneider Spaziergänger und Wanderer.

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