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Nationalpark Hunsrück-Hochwald will bei den Besuchern punkten: mehr Rangertouren, neue Karte, mehr Programm

Nationalpark Hunsrück-Hochwald will bei den Besuchern punkten: mehr Rangertouren, neue Karte, mehr Programm

Im Hunsrückhaus am Erbeskopf (Kreis Bernkastel-Wittlich) ist am Freitag das neue Programm des Nationalparkamtes vorgestellt worden.

Im nächsten Jahr sollen täglich Rangertouren auch am Hunsrückhaus angeboten werden. Damit will das Nationalparkamt mehr Gäste in die Region locken. Außerdem gibt es eine neue Karte, in der auch die Traumschleifen verzeichnet sind. Die Themen Wandern, Reiten oder barrierefreie Touren sollen ebenfalls ausgebaut werden. Dazu wird die Personalstruktur im Hunsrückhaus verändert.

"Fast jeden Tag ist im Nationalpark Weihnachten", freut sich Umweltministerin Ulrike Höfken, bei der Präsentation des neuen Programms des Nationalparkamtes im Hunsrückhaus. Unter dem Motto "Willkommen im Urwald von morgen" informiert das zweite Jahresprogramm über die Angebote im Nationalpark-Hunsrück Hochwald ein. Fast täglich werden Aktivitäten angeboten werden.

Neu ist, dass im Hunsrückhaus ab April ein Nationalparkranger angesiedelt werden soll, der täglich Besuchertouren macht. "Unsere Ranger führen auf den bewährten und auf neuen Touren durch wilde Buchenwälder, einzigartige Hangmoore, steinige Rosselhalden und auf die Spuren der Kelten," sagt Höfken.

Die Themen Wandern, Reiten oder barrierefreie Touren sollen zudem ausgebaut werden, versichert der Leiter des Nationalparkamtes, Harald Egidi. Neuartig ist auch das Projekt "Kirche im Nationalpark" mit Pilgerwanderungen zur Nationalparkkirche in Muhl und weiteren Veranstaltungen.

Montags finden die Nationalpark-Akademie oder ein Naturfilmangebot im Kino Movitown Cinemas Neubrücke statt; Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag kann der Besucher an Rangertouren teilnehmen, samstags bieten zertifizierte Nationalparkführer je nach Jahreszeit unterschiedliche thematische Führungen an und an sechs Donnerstagen ergänzen Pilgerwanderungen das Angebot. Hinzu kommen Sportevents und das Nationalparkfest.

Die Zusammenarbeit mit dem Naturpark Saar-Hunsrück wurde enger verzahnt, wie Susanne Schmid vom Naturpark bestätigt. So sind in der neuen Starterkarte 2.0 nun auch die Traumschleifen und eine Radwanderroute um den Nationalpark verzeichnet. Wie Harald Egidi erläutert, gibt es inzwischen grünes Licht für die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Dauerausstellung im Hunsrückhaus. Nach ersten europaweiten Ausschreibungen sei mit einer Eröffnun g im Sommer 2018 zu rechnen.

Da das Land den Bildungsauftrag im Hunsrückhaus nun verstärkt wahrnimmt, wird die Personalstruktur verändert. Wie Marc Hüllenkremer vom Zweckverband Erbeskopf erläutert, wird das fest angestellte Personal sich stärker auf die Organisation ausrichten, während das Nationalparkamt den Bildungsbereich verantworten wird. Der bisherigen Leiterin, Almuth Brandstetter, wurde zum Jahresende gekündigt.Meinung

Sinnvolle Zusammenarbeit

Der Nationalpark gewinnt zunehmend an Struktur. Dabei erweist es sich als sinnvoll, dass das Nationalparkamt und das Büro des Naturparks Saar-Hunsrück ihre Zusammenarbeit intensivieren. Das zeigt sich am gemeinsamen Veranstaltungsprogramm ebenso wie an der Starterkarte, in der der flächenmäßig eher kleine Nationalpark nun wirkungsvoll vom Naturpark umrahmt wird. Das macht mehr Eindruck und erklärt auch den Unterschied zwischen einem Naturpark, in dem zum Beispiel fest installierte Wanderwege möglich sind und einem Nationalpark, in dem Besucher an von Rangern geführten Wanderungen teilnehmen können. Mit den Informationsveranstaltungen der Nationalparkakademie und auch dem Projekt "Kirche im Nationalpark" werden zudem weitere interessierte Bevölkerungsgruppen erschlossen. Einen etwas faden Beigeschmack erhält die Entwicklung aber durch die Veränderung der Personalstruktur des Zweckverbandes, die offenbar seinem hohen finanziellen Defizit geschuldet ist. Dass die Leitungsstelle ab nächstem Jahr offenbar entfällt, ist sehr bedauerlich, denn ihrer Arbeit in den vergangenen Jahren ist das hohe Ansehen des Hunsrückhauses zu verdanken. hp.linz@volksfreund.de