Natur, Musik und Geschichte

Einfach nur Fakten herunterbeten ist nichts für die drei neuen Nationalparkführer: Mit Musik, erlebter Geschichte und Natur werden Petra Schmidt und Eckhard Pfeiffer aus Bäsch und Adolf Steffen aus Hoxel Wanderern zeigen, dass der Nationalpark alles andere als langweilig ist. Mit viel Leidenschaft für ihre Heimat bieten sie ihre Führungen nächstes Jahr an.

Deuselbach. Nichts los im Nationalpark? Von wegen! Das Angebot im Nationalpark Hunsrück-Hochwald wächst und wird bunter: Drei Heimatverbundene aus der Region haben ihre Zertifikate als Natur- und Landschaftsführer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück verliehen bekommen. Es fehlt ihnen nur noch ein Fünf-Tage-Kurs im Schritt zum Nationalparkführer. Dann können sie ihre eigenen, kreativen Führungen anbieten. Petra Schmidt und Eckhard Pfeiffer aus Bäsch sowie Adolf Steffen aus Hoxel wollen zeigen, was der Nationalpark alles zu bieten hat. Das machen sie aus Liebe zur Heimat, mit viel Herzblut.
Alle drei sind im Hunsrück geboren und aufgewachsen. "Es wurde uns in die Wiege gelegt, wir sind schon früher immer in den Wald gegangen", sagt Petra Schmidt, die im Hunsrückhaus arbeitet. Das merkt man: Mit Freude erzählen sie von ihrem Werdegang zum Natur- und Landschaftsführer.
Das war gar nicht so einfach: Aus circa 80 Bewerbern wurden nur 25 vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück für den Kurs ausgewählt. Dort lernten die Teilnehmer in einem Jahr nicht nur die Theorie: Stimmtraining, Konfliktmanagement und Recht gehörten ebenso dazu wie die spezielle Führung mit Kindern oder Gästen mit Behinderung. Ein Teil der Abschlussprüfung umfasste die Entwicklung und Vorstellung einer eigenen Führung. Petra Schmidts Tour prägen vor allem Sagen, erlebte Geschichte und Natur. "An der Siegfriedquelle bin ich als Magd verkleidet", erzählt sie. "Dieser Ort ist Teil der Nibelungen-Sage." In einer weiteren Szene klärt Schmidt ihr Publikum als Keltin an der Pfaffenstraße über Wildfrevel und dessen Strafen auf. Nicht nur Vergangenes, auch die Natur im Nationalpark als Urwald von morgen spielt auf Petra Schmidts Wanderung eine große Rolle. Der selbstständige Eckhard Pfeiffer aus Bäsch bietet eine Führung an, die vor allem für musikalische Menschen interessant ist. "Ich nenne sie "Singe, wem ein Tal gegeben", sagt Pfeiffer. Seine Tour führt vom Forsthaus Röderbach zum Schwarzen Stein, durch das sogenannte "Singende Tal", wo er schon als Kind mit dem Rad gefahren ist. "Ich bin in Chören aktiv. Deswegen hat meine Tour Haltepunkte, an denen wir zusammen singen", sagt Pfeiffer. Es wird nicht nur gemeinsam musiziert - Pfeiffers Zuhörer können bei einer Wanderung mit ihm viel über Geologie, Gewässer oder kuriose Bäume lernen.
Der dritte im Bund ist Dr. Adolf Steffen aus Hoxel. Den Chemiker im Ruhestand zog es nach 40 Jahren Abwesenheit vor zwei Jahren zurück in die Heimat. Seine Führung führt an der Wildenburg vorbei. "Ich beschäftige mich unter anderem mit den alten Buchenwäldern und den Kelten", erklärt er. Steffen wird seine Tour im Gegensatz zu den anderen aber wohl nie in der Praxis anbieten können, da es auch eine Ranger-Tour an der Wildenburg gibt, die im Gegensatz zu den Nationalparkführungen kostenlos ist. "Das bringt nichts. Aber bis nächstes Jahr April hab ich mir was anderes ausgedacht", sagt Steffen. Ein kleiner Haken, für den eine Lösung wohl noch gefunden werden muss. Petra Schmidt ist zuversichtlich: "Wie die Ranger immer sagen: Wir wollen miteinander arbeiten und nicht gegeneinander."Extra

Termine für die Führungen:Petra Schmidt: Mai bis September 2016, erster Samstag im Monat. Adolf Steffen: Juni bis August 2016, sonntags, zehn Uhr. Eckhard Pfeiffer: April bis Oktober 2016. Kosten zwischen 7,50 bis 14 Euro pro Person. Buchungen bei den Touristinformationen Thalfang oder Morbach. lem

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