Naturbad: Kein Sand ist ideal

"Was machbar war, haben wir gemacht." So fasst Bürgermeister Peter Simon die Anstrengungen zusammen, die die Stadt in den vergangenen Monaten unternommen hat, um die Probleme im Naturbad Staden mit der Sichttiefe und möglicher Bakterienbelastung in den Griff zu kriegen.

Idar-Oberstein. Wenn das Naturbad im Tiefensteiner Staden wie geplant vor Pfingsten öffnet, wird das Problem mit der mangelnden Sichttiefe im Nichtschwimmerbereich nicht gänzlich gelöst sein. Die Stadt findet keinen Sand, der den Anforderungen genügt. Im vergangenen Jahr musste das bei Besuchern so beliebte Bad wochenlang geschlossen werden, weil die Sichttiefe im Nichtschwimmer-Sandbereich nicht den EU-Bestimmungen entsprach, die vorschreibe, dass jederzeit der Grund zu sehen sein muss.Bojen markieren, wo das Wasser tiefer wird

Außerdem war das Wasser mit Bakterien belastet. Um die Sicht auf den Boden im Sandbereich zu verbessern, war in den vergangenen Monaten der Sand gewaschen worden. Die insgesamt fünf Waschdurchgänge brachten zwar eine deutliche Verbesserung, die aber nicht ausreicht, um die Qualitätsstandards zu erfüllen, erklärt Bürgermeister Peter Simon. Der Sand war mit Wasserdruck aufgewirbelt und die sich an der Wasseroberfläche ansammelnden Trübstoffe gefiltert worden. Auf einen kompletten Austausch des Sandes verzichtet die Stadt aber erst einmal, weil es keine Gewähr gibt, dass die auf rund 80 000 Euro geschätzte Aktion auch wirklich den erhofften Erfolg bringen wird. "Wir haben bis heute keinen Sand gefunden, der die Qualitätsanforderungen voll erfüllt", sagt Simon. In Absprache mit dem Gesundheitsamt hat man sich bei einem Ortstermin trotz der nicht ganz befriedigenden Lösung auf die Öffnung vor Pfingsten einigen können. Die Bademeister sollen stärker geschult werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat die Stadt einen Gutachter engagiert, der die Suche nach dem richtigen Sand begleitet. "Die Sache hat teilweise verrückte Züge", schüttelt Simon den Kopf. Denn in Mettmann, wo man offenbar keine Schwierigkeiten mit den Schwebeteilchen im Sand und damit der Sichttiefe hat, gibt man sich zugeknöpft. "Die sagen uns nicht, woher sie den Sand haben. Das sei Planergeheimnis...." Guter Dinge sind Bürgermeister Simon und Oberbürgermeister Bruno Zimmer, dass sie die Belastung mit dem Pseudomonas-Bakterium mit einer erhöhten Frischwasserzufuhr in den Griff bekommen. An einer Benutzerordnung wird gefeilt

Die Wasserleitung, die Quellwasser in Trinkwasserqualität zuführt, liegt. Derzeit wird das Becken befüllt. Auch der Filter wird mit Frischwasser befüllt, so dass sich die nötige Biologie entwickeln kann. Ein zum Stil des Bades passendes Holzgitter grenzt jetzt den Regenerationsbereich ab, durch den im vergangenen Jahr gerne Leute spaziert sind, erläutert Zimmer. Eine Begrenzung auf 750 Besucher täglich und ein Ruhetag sollen für die nötige Entlastung des Bades in Spitzenzeiten sorgen. Gefeilt wird laut Simon an einer Benutzerordnung. So ist beispielsweise daran gedacht, Kindern mit Windeln den Zugang zum Nichtschwimmerbereich zu verwehren. "Wir dürfen uns bei der Hygiene keine Nachlässigkeiten erlauben", sagt der Bürgermeister. Überlegt wird auch, nicht mehr jedem Dauerkartenbesitzer die Garantie zu geben, dass er jederzeit Einlass ins Bad bekommt. Denn die bisherige Regelung benachteiligt Berufstätige, erläutert der Oberbürgermeister. Diskutiert wird darüber erst einmal im Stadtwerksausschuss, der am heutigen Dienstag tagt.