Naturschützer befürworten Nationalpark

Allenbach · Erstmals trafen sich der Freundeskreis Nationalpark Hunsrück e.V. und die Naturschutzverbände aus Rheinland-Pfalz und Saarland zu einem Meinungsaustausch in Allenbach zu dem geplanten Nationalpark.

Allenbach. Mit dabei waren auch der Kreisjagdverband, die Naturfreunde Idar-Oberstein, der Naturpark Saar-Hunsrück sowie der Landschaftspflegeverband Birkenfeld. Ein Nationalpark im Hunsrück wurde von allen Teilnehmern als große Chance für Menschen und Natur angesehen. Ulrich Sommer, Vorsitzender des Freundeskreises Nationalpark Hunsrück e.V. , erwartet von einem Nationalpark positive Impulse für die Regionalentwicklung. "Die Erfahrungen aus anderen Teilen Deutschlands zeigen die Vorteile und den Wert eines Nationalparks für den Schutz der Natur und die Entwicklung der Regionen", so Ulirch Sommer. Dies sehen auch die Naturschutzverbände so. Für sie hat der Nationalpark insbesondere wichtige Naturschutzfunktionen. "Viele Tier-, Pilz- und Pflanzenarten können in Wirtschaftswäldern nicht vorkommen, sie brauchen die ungenutzten Wälder eines Nationalparks zum Überleben", berichtet Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin des BUND Rheinland-Pfalz. "Nur mit dem Nationalpark stehen endlich die Mittel zur Verfügung, die wir Naturschützer schon seit Jahrzehnten für die Pflege und den Schutz der seltenen Tier- und Pflanzenarten fordern und dringend benötigen", so Christian Jungmann, Vorsitzender der Nabu Kreisgruppe Birkenfeld. Mit Blick auf die Nationalparkgegner ergänzt Siegfried Schuch, Vorsitzender des Nabu Rheinland-Pfalz: "Wer Ja sagt zur Natur als Ganzes, der muss auch Ja sagen zum Nationalpark. Nur mit seinen ungenutzten Waldbereichen kann die Schöpfung als Ganzes erhalten werden."
In die Ausgestaltung des Nationalparks wollen sich die Teilnehmer aktiv einbringen und fordern eine Beteiligungsmöglichkeit für die Bürger. Neben den kommunalpolitischen Vertretern müssten auch Vertreter des Vereins und der Naturschutzverbände einen Sitz im geplanten Nationalpark- Beirat erhalten. "Wir erwarten, dass die Naturschutzverbände von der Landesregierung enger in den Prozess zum Nationalpark eingebunden werden. Der Sachverstand und die Ortskenntnisse der örtlichen Naturschutzverbände und Naturschützer aus der Region müssten genutzt werden und in die weiteren Konzeptionen einfließen", betonte Harry Neumann, Landesvorsitzender des BUND Rheinland- Pfalz.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Nationalpark eine historische Chance für die Region und die biologische Vielfalt ist, die unbedingt genutzt werden sollte.
Den Nationalpark-Kritikern bieten sie einen offenen Dialog an und sind sich sicher, dass sie viele der Bedenken gegenüber dem Nationalpark ausräumen können. red

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