Naturschutz geht vor Campingtourismus

Naturschutz geht vor Campingtourismus

Aus Gründen des Naturschutzes kann der Traben-Trarbacher Stadtteil Wolf keine Stellplätze für Wohnmobile unterhalb des Gewerbegebietes anlegen. Mit den Flächen, die alternativ zur Verfügung stehen, kann sich der Ortschef Rudolf Brixius nicht anfreunden.

Traben-Trarbach. Die Fahrer von Wohnmobilen sind eine stark umworbene Touristengruppe an der Mosel. Doch im Traben-Trarbacher Stadtteil Wolf gibt es noch keine Stellplätze für die rollenden Eigenheime. Dabei waren die Planungen schon weit gediehen. Am Ortsausgang in Richtung Traben-Trarbach unterhalb des Gewerbegebietes sollte nach dem Willen der Wolfer und ihres Ortsvorstehers Rudolf Brixius ein Stellplatz für Wohnmobile eingerichtet werden.

Landschaftlich sensibler Bereich


Jedoch haben die Kreisverwaltung und die obere Naturschutzbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz aus Gründen des Naturschutzes ihr Veto gegen den Standort eingelegt. "Die Flächen liegen im Moselvorland, im Überschwemmungsgebiet sowie im Landschaftsschutzgebiet Moselgebiet von Schweich bis Koblenz", sagt Manuel Follmann von der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz seien an solch "landschaftlich sensiblen Bereichen" bauliche Anlagen verboten, sagt er.
Das stellt die Wolfer vor Probleme, denn die Alternativen gefallen Ortsvorsteher Brixius nicht. Bergseitig mache ein Stellplatz keinen Sinn, denn "die Wohnmobilisten wollen die Mosel sehen" sagt er.

Schmale Fläche keine Alternative


Am Campingplatz und am Moselufer könnte er mit einer Genehmigung rechnen, hatten ihm die zuständigen Behörden signalisiert. Aber beides komme für Brixius nicht in Frage, weil am Campingplatz für die maximal 50 beabsichtigten Stellplätze nur ein schmaler Streifen zur Verfügung stehe. "Daneben spritzen die Winzer, und der Radweg führt vorbei." Daher fürchtet er Konflikte zwischen den verschiedenen Gruppen.
Ans Moselufer wollen die Wolfer laut dem Ortsvorsteher nicht. "Das Moselvorgelände wollen wir nicht verbauen", sagt Brixius. Ob in Wolf noch ein geeigneter Platz für die Wohnmobilisten gefunden wird, kann er nicht sagen. "Das will wohlüberlegt sein." cst

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