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Naturschutzgroßprojekt „Bänder des Lebens“ soll gefährdete Arten schützen

Naturschutz : Die besondere Natur des Hunsrücks schützen

Die weltweiten Ziele für Artenschutz sind laut UN verfehlt worden, doch im Hunsrück soll das anders sein: Dank eines Naturschutzgroßprojekts soll der Lebensraum für gefährdete Arten und Pflanzen größer werden.

Deutschlandweit soll der Hunsrück an Bedeutung gewinnen, oder besser gesagt: seine Flora und Fauna, seine besondere Natur. Dazu soll auch das Naturschutzgroßprojekt „Bänder des Lebens“ beitragen, das unter anderem von drei Landkreisen getragen wird. Im Sommer 2018 fiel der offizielle Startschuss durch Landesumweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) – Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.

Was ist das Naturschutzgroßprojekt „Bänder des Lebens im Hunsrück“?: Das Naturschutzgroßprojekt (NGP) „Bänder des Lebens im Hunsrück“ wurde bereits zum 1. Oktober 2017 in das Bundesförderprogramm „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ aufgenommen. „Die Vorarbeiten dazu liefen aber schon viel länger“, sagt Projektleiterin Margret Scholtes. Das Bundesamt für Naturschutz fördert das Projekt mit rund 1,38 Millionen Euro aus dem Programm „chance.natur“. Weitere Fördermittel stammen vom Land aus der „Aktion Grün“.

Die Trägerschaft für das NGP haben die Landkreise Birkenfeld, Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg gemeinsam mit der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Die Landkreise beteiligen sich mit einem Eigenanteil von einem Prozent der benötigten Mittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro, die Stiftung mit neun Prozent.

Mit dem Projekt sollen Biotope der Landkreise Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld und Trier-Saarburg besser vernetzt, bedrohte Tiere und Pflanzen besser geschützt werden. Das 23 000 Hektar große Ursprungsgebiet der Bänder des Lebens liegt zwischen Fischbach (Landkreis Birkenfeld), Fell an der Mosel (Kreis Trier-Saarburg) und Bernkastel-Kues im Kreis Bernkastel-Wittlich.

Was wurde bisher erreicht? Derzeit läuft Projektphase I. Der bereits untersuchte Raum wird derzeit kartiert, um die Grundlagen für einen Pflege- und Entwicklungsplan zu erarbeiten, in dem die „wertvollsten Gebiete“, wie Scholtes sagt, festgelegt sind. Dieser soll im Frühjahr 2022 – ursprünglich war September 2020 vorgesehen – vorgelegt werden, um über eine weitere Förderung zu entscheiden. In dem Plan (“Unser Problem war es, dass es keine Voruntersuchungen gab, auf die wir aufbauen konnten“) sollen aus der 23 000 Hektar großen Untersuchungsfläche Fördergebiete herausgefiltert werden, die besonders geeignet für die Vernetzung der Hunsrücker Naturschätze sind. Diese Gebiete sollen etwa 10 000 Hektar umfassen. Aus Teilen dieser Fördergebiete sollen Maßnahmenflächen auf etwa 1000 Hektar entstehen.

„Wir wollen mit unseren Gebieten bundesweit einzigartig sein“, sagt Scholtes. Dieses Potenzial habe der Hunsrück. Wo genau diese Gebiete sind, stehe noch nicht genau fest. Allerdings gehöre zum Beispiel das Obere Dhrontal im Kreis Bernkastel-Wittlich oder der Bereich zwischen dem Naturschutzgebiet Königsbachtal bei Neuhütten (Trier-Saarburg) und Allenbach im Kreis Birkenfeld dazu.

Wie geht es weiter? Im Laufe des Jahres soll, so Margret Scholtes und Projektassistentin Michaela Wichner, die Kommunikationsphase beginnen, in der der Kontakt mit Grundstückseigentümern der potenziellen Flächen wie Landwirten und Gemeinden aufgenommen werden  sowie die Öffentlichkeit in das weitere Vorgehen eingebunden werden soll. Scholtes und Wichner hoffen, dass der Pflege- und Entwicklungsplan bis Ende 2022 zur weiteren Förderung genehmigt ist und dann mit der Umsetzungsphase begonnen werden kann. Die Umsetzung kostet vermutlich mehr als zehn Millionen Euro. Das Ziel ist dabei klar: „Wir wollen den Biodiversitätsverlust einschränken“, sagt Margret Scholtes.