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Neubaugebiet in Bruch: Ortsgemeinderat macht Nägel mit Köpfen

Infrastruktur : Neubaugebiet in Bruch: Ortsgemeinderat macht Nägel mit Köpfen

In der Ortsmitte sollen zwölf Baugrundstücke entstehen: Darüber gab es im Ort kontroverse Diskussionen, denn das Projekt hat nicht nur Befürworter.

Was lange währt, wird – hoffentlich – endlich gut:  Dienstag, 20. Oktober, wird in Bruch ein wichtiger Tag. Dann wird sich der Ortsgemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung, die um 18 Uhr im Gemeindehaus beginnt, wieder mit einem im Ort strittigen Thema, dem geplanten Neubaugebiet „In Krummenau“, befassen. Für die Pläne des Gemeinderates, 1,6 Hektar Weideland entlang des Wirtschaftsweges In Krummenau nahe der Salm in zwölf Baugrundstücke zu verwandeln, finden sich im Ort nicht nur Unterstützer. Einige Einwohner befürchten, das Neubaugebiet könne den Lebensraum der Mauereidechse in Bruch gefährden. Andere Brucher sehen das Neubaugebiet im Sumpf- und Überschwemmungsgebiet der Salm. Es gab reichlich Einsprüche (unsere Zeitung berichtete).

Wie Fritz Kohl, Erster Beigeordneter der Ortsgemeinde auf TV-Anfrage erklärt, liegen dem Ortsgemeinderat insgesamt 72 Stellungnahmen vor. „Da wird nun im Rat eine Abwägung vorgenommen“, sagt Kohl. Wie wird die Entscheidung wohl ausgehen?

Kohl, der 35 Jahre Mitglied im Ortsgemeinderat und zudem auch erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land ist, hat da so ein Bauchgefühl: „Für die Gemeinde wird das ein gutes Ende finden.“

Denn Gutachter seien zu der Einschätzung gekommen, dass das Neubaugebiet weder den Lebensraum der  Mauereidechse beeinträchtige, sagt Kohl, noch im Bereich eines Jahrhunderthochwassers liege. Letzteres gelte allenfalls für einen kleinen Bereich der Zuwegung.

„Die Anregungen nehme der Rat selbstverständlich entgegen“, sagt Kohl, die Pläne der Ortsgemeinde, das Neubaugebiet im Ortskern auszuweisen, sehe er durch die Einwände jedoch nicht beeinträchtigt.

Bereits seit 2016 verfolgt der Ortsgemeinderat Bruch das Ziel, zwölf Baugrundstücke auf 1,6 Hektar Fläche nahe der Salm zu schaffen. „Damit wir jungen Familien, die hier im Ort bleiben möchten, etwas anbieten können. Da gibt es eine Reihe von Interessenten.“ Insgesamt sollen im Neubaugebiet 7000 Quadratmeter bebaubare Fläche entstehen.

Die Grundstücke würden im Schnitt zwischen 500 und 550 Quadratmeter groß. Sollte der Rat beschließen, dass sich durch die Einwände einiger Bürger keine inhaltliche Änderung des Planentwurfes ergíbt, könnte noch in diesem Jahr Baurecht geschaffen werden.

Kohl: „Im nächsten Frühjahr könnten dann  die Erschließungsarbeiten starten. Wenn alles nach Plan laufe, könnten diese bis zum Spätsommer oder Herbst 2021 abgeschlossen werden. Dann könnten die Häuslebauer in Bruch loslegen.

„Wir hoffen und wünschen uns, die ersten der geplanten zwölf Baustellen in diesem Jahr an die vielen Interessenten aus Bruch verkaufen zu können“, sagt Ortsbürgermeister Walter Schmitz. „In Krummenau haben wir eine schöne Lage gefunden, umschlossen vom vorhandenen Dorf, also ein Neubaugebiet als Beitrag zur Innenentwicklung. Es ist der Gemeinde sehr wichtig, jungen Familien die Möglichkeit zu bieten, im Dorf den Wunsch vom Eigenheim zu erschwinglichen Preisen realisieren zu können.“