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Neue Anlagen könnten bis Ende 2022 auf Monzelfelder Gemarkung entstehen

Energie : Neuer Anlauf für Windräder

Bis zu vier neue Anlagen könnten bis Ende 2022 auf der Monzelfelder Gemarkung gebaut werden, wenn der Schwarzstorch bis dahin der geplanten Fläche fern bleibt.

Das Unternehmen EnBW unternimmt einen zweiten Anlauf, auf Monzelfelder Gemarkung Windräder zu errichten. 2014 sind entsprechende Pläne des Unternehmens Juwi wegen eines besetzten Schwarzstorchhorstes gescheitert. Patrick Schrodt von EnBW hat den Mitgliedern des Haupt- und Umweltausschusses der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues das Projekt in der jüngsten Sitzung  vorgestellt. Möglich wird die Neuplanung, weil der Schwarzstorchhorst seit 2017 nicht mehr besetzt ist. Lässt sich auch in den kommenden zwei Jahren kein Schwarzstorch darin nieder, kann bei der Kreisverwaltung eine Genehmigung für die Anlagen beantragt werden, sagt Schrodt. Die für die Windkraft vorgesehene Fläche liegt im Monzelfelder Gemeindewald in der Nähe von Annenberg. Bis zu vier Windräder könnten dort vorbehaltlich der vorgesehenen Prüfungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens gebaut werden. Gebaut würden voraussichtlich Anlagen des Herstellers Vestas mit einer Leistung von 5,6 Megawatt. Das Modell hat eine Nabenhöhe von 166 Meter. Der Rotordurchmesser beträgt 150 Meter, so dass die Anlagen insgesamt 241 Meter hoch werden. Die genauen Standorte seien noch nicht klar, sagt Schrodt. Der Abstand zu den nächsten Wohnsiedlungen beträgt mindestens 1100 Meter.

Wie geht es weiter? Zuerst muss der VG-Rat Bernkastel-Kues mit der entsprechenden Fortschreibung des Flächennutzungsplans einverstanden sein. Im zweiten Quartal 2020 könnten die naturschutzrechtlichen Untersuchungen für die Fauna abgeschlossen sein, so dass im dritten Quartal 2020 das Genehmigungsverfahren eingeleitet werden kann, sagt Schrodt. Im zweiten Quartal 2021 könnte die Genehmigung erteilt werden, so dass sich EnBW an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur beteiligen kann. Ende 2022 könnten die Anlagen in Betrieb gehen.

Der Monzelfelder Ortsbürgermeister Lothar Josten sagt, es gebe nach seinem Dafürhalten keine negativen Auswirkungen auf seine Gemeinde. Die Anlagen stünden in der Richtung, in der sich bereits die Rotoren auf Gornhausener und Veldenzer Gemarkung drehen, so dass der Blick nicht negativ beeinträchtigt wird. Über die Höhe der Pachteinnahmen, die Monzelfeld zu erwarten hat, will er nichts sagen, da es sich um vertragliche Details handelt. Jedoch seien die Einnahmen für Monzelfeld von entscheidender Bedeutung, da der Haushalt der rund 1250 Einwohner zählenden Gemeinde davon profitiert. Josten: „Wir können so unseren defizitären Haushalt ausgleichen.“