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Neue Ausstellung fürs Hunsrückhaus

Neue Ausstellung fürs Hunsrückhaus

Die Ausstellung im Hunsrückhaus soll erneuert werden, eine neu geschaffene Holzkrone von Mainzer Architekturstudenten schmückt das Areal ebenso wie ein in den Rasen gemähtes 30 Meter großes Wildkatzenlogo: Umweltministerin Ulrike Höfken versprach beim Erbeskopf-Besuch die Unterstützung des Landes.

Erbeskopf. Wer in den vergangenen Tagen den Erbeskopf besucht hat, wird eine kronenartige Holzkonstruktion neben dem Hunsrückhaus bemerkt haben. Das Gebilde stammt von Architekturstudenten der Hochschule in Mainz, wie Professor Gerhard Muth beim Besuch von Umweltministerin Ulrike Höfken erläuterte. Der Arbeitstitel dieses Kunstwerks habe "raumbildende Intervention Natur-Kultur-Raum" gelautet. Aber schnell sei man zu der Überzeugung gekommen, dass "Hölzerne Krone" treffender sei. Mit der Arbeit soll auf den Rohstoff Holz und dessen Kreislauf hingewiesen werden. "Diese Krone ist eine geniale Installation für den Nationalpark", lobte dann auch die Ministerin das Kunstwerk.
Der Erbeskopf steht im Fokus der Landeshauptstadt. Und das aus gutem Grund, denn das Umweltzentrum Hunsrückhaus soll eines der Tore des im vergangenen Jahr geschaffenen Nationalparks Hunsrück-Hochwald werden. Träger des Hunsrückhauses ist der Zweckverband Erbeskopf, dem Anrainergemeinden und der Landkreis angehören. Er hat Schulden, da er neben dem Hunsrückhaus auch die am Erbeskopf befindlichen Wintersportanlagen unterhält. Das Haus, im Jahr 2000 gebaut, ist inzwischen sanierungsbedürftig. Deshalb wurde vor kurzem ein Kooperationsvertrag zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und dem Zweckverband unterschrieben: 150 000 Euro fließen nun jährlich von Mainz an den höchsten Berg des Landes.
Damit soll die regionale Entwicklung vorangebracht werden. Das Geld stammt aus dem Etat des Nationalparkamts. Höfken: "Das Hunsrückhaus bietet ideale Voraussetzungen, es ist bereits bekannt und liegt am Erbeskopf nah am Nationalpark. Es ist sehr gut, bereits bestehende Einrichtungen zu nutzen." Sie verwies aber auch darauf, dass die Wintersporteinrichtungen nur eingeschränkt genutzt werden können. Ursache sei der Klimawandel, der besonders in Rheinland-Pfalz stark zum Tragen käme. Das ist eine Hauptursache des Defizits des Zweckverbandes.
Höfken hat dann auch eine Info-Einheit in der in die Jahre gekommenen und ebenso erneuerungsbedürftigen Dauerausstellung des Hunsrückhauses einrichten lassen.
Ein großes Plakat und Broschüreboxen weisen nun auf den neuen Nationalpark hin. Diese Info-Einheit habe man auch mit Erfolg auf der Internationalen Tourismus-Messe in Berlin verwendet. Zudem soll langfristig über Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Erbes kopf nachgedacht werden. Höfken: "Wenn die Leute wandern, dann wollen sie auch irgendwo einkehren."
Zum Saisonstart 2017 soll zudem ein Ranger als Ansprechpartner am Hunsrückhaus bereitstehen.
Zusätzliche Perspektiven


Marc Hüllenkremer, Sprecher des Zweckverbands und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang, bedankte sich für die Unterstützung des Landes. Die Kooperationsvereinbarung eröffne zusätzlich Perspektiven. Der Info-Counter soll zu einem zentralen Willkommensportal entwickelt werden. Hüllenkremer verweist darauf, dass die Öffnungszeiten im Hunsrückhaus erweitert worden sind und das auch das gastronomische Angebot verbessert werden soll.
Sören Sturm, Pressesprecher des Nationalparks, wies darauf hin, dass die Besucherzahlen deutlich ansteigen. Deshalb soll auch die Erneuerung der veralteten Dauerausstellung bald angegangen werden. Diese sei schon europaweit ausgeschrieben worden. Man müsse dabei mit Kosten von 2000 bis 4000 Euro pro Quadratmeter Ausstellungsfläche rechnen. Bei einer Ausstellungsfläche von 250 Quadratmetern kommen dabei zwischen 500 000 einer Million Euro zusammen - diese müssten allerdings aus dem laufenden Etat bezahlt werden, wie Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamts, erläutert.Meinung

Mehr klotzen, bitte!
Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald wurde im vergangenen Jahr im Eiltempo eröffnet. Er ist eines der ehrgeizigsten Projekte der Landesregierung gewesen. Deshalb erhält das marode Hunsrückhaus nun auch 150 000 Euro Zuschuss vom Land, die veraltete Dauerausstellung wird provisorisch mit einer Nationalpark-Info-Stellwand (ein Überbleibsel von der ITB in Berlin) aufgerüstet, eine künstlerische Holzkrone, gestaltet von Studenten, ziert das Areal und auf dem Rasen am Berg ist die Wildkatze, das Symbol des Nationalparks zu sehen. Eine Erneuerung der Ausstellung könnte bis zu einer Million Euro kosten - und soll trotzdem aus dem laufenden Etat des Nationalparkamtes bezahlt werden. Ist das überhaupt möglich? Eigentlich müsste bei einem solchen Prestige-Projekt mehr geklotzt werden. Sprich: Es müsste mehr Geld hineingesteckt werden. hp.linz@volksfreund.de