neue Ausstellung im Alten Rathaus in Wittlich zu Schloss Philippsfreude

Geschichte : Erinnerungen an Schloss Philippsfreude

Eine neue Ausstellung in der städtischen Galerie im Alten Rathaus in Wittlich zeigt unter anderem originale Möbel.

„… verloren, vergessen. Das kurtrierische Schloss Philippsfreude in Wittlich. Eine Spurensuche“ ist der Titel der nächsten Ausstellung in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus in Wittlich, die am 18. Oktober eröffnet wird.

Heute erinnern noch die Bezeichnungen „Schloßplatz“, „Ottensteinplatz“, „Burgstraße“ und „Tiergartenstraße“ daran, dass Wittlich einmal über Burgen und sogar ein Schloss verfügte.

Im Ortsteil Neuerburg befand sich ab etwa 350 nach Christus eine befestigte römische Höhensiedlung, die in merowingischer Zeit (etwa 550 nach Christus) zu einer Burg umgebaut wurde und ab 1146 unter Albero von Montreuil als „Neuerburg“ entstand. Ende des 17. beziehungsweise Anfang des 18. Jahrhunderts wurde sie vollständig zerstört; zu ihrem Erscheinungsbild existieren kaum gesicherte Angaben.

Etwas mehr ist über Wittlichs zweiten hochherrschaftlichen Sitz, die Burg Ottenstein, bekannt, die unter dem Kurfürsten Otto von Ziegenhain 1424 vollendet und nach 1689 zerstört wurde. Von dem Architekten Claus Mehs existiert eine bekannte Zeichnung, die häufig vervielfältigt wurde und dem Betrachter eine Vorstellung vom Äußeren der Burg vermittelt. Ausführliche wissenschaftliche Untersuchungen fanden im Rahmen der letzten Bebauung des Platzes statt.

Sehr detailreiches Material existiert zum letzten der drei Prachtbauten Wittlichs: zum Schloss Philippsfreude, das der Kurfürst Philipp von Walderdorff 1763 von dem französischen Architekten Jean Antoine errichten ließ und das die französischen Truppen im Zuge der Säkularisierung 1804 zum Abriss freigaben.

Es muss ein sehr repräsentatives und elegantes Jagdschloss gewesen sein, ein wahres „Chateau de plaisir“, welches der schöngeistige vorletzte Kurfürst und Erzbischof von Trier errichten ließ. Von der prächtigen Ausstattung konnte Philipp von Walderdorff einige Stücke vor den Revolutionstruppen retten, so dass die Wittlicher Ausstellung originale wunderschöne Möbel aus Philippsfreude zeigen können wird.

Die ästhetische und informative Ausstellung wird am 18. Oktober, um 19 Uhr, in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge eröffnet  und  wird bis zum 9. Februar zu sehen sein. Ein Katalog wird zur Ausstellung, die Dr. Richard Hüttel kuratiert, erscheinen.

Weitere Informationen unter
info@kulturamt.wittlich.de oder Telefon 06571/1466-0

Mehr von Volksfreund