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Neue Bäumchen zwischen alten Stümpfen

Neue Bäumchen zwischen alten Stümpfen

Rund 163 000 Festmeter Holz fielen in den Wäldern des Landkreises Bernkastel-Wittlich vor einem Jahr beim Orkan "Kyrill". Den Holzmarkt hat diese Menge nicht durcheinandergebracht. Auf vielen Windwurfflächen wächst bereits ein neuer Wald heran.

Bernkastel-Wittlich. In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar bleibt in diesem Jahr wohl alles ruhig. Vor einem Jahr sah das anders aus. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde fegte Orkan "Kyrill" über Europa. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich war vor allem der Hunsrück betroffen. Aber auch in der Stadt Wittlich waren beispielsweise die Einsatzkräfte wegen Sturmschäden unterwegs. Insgesamt rund 163 000 Festmeter Holz. Das entspricht rund 5400 Fahrten mit Langholz-Transportern. Auf diese Menge kommen die Forstämter Dhronecken, Traben-Trarbach und Wittlich in einer Bilanz der "Kyrill"-Folgen. Wohl am stärksten betroffen waren Höhenlagen des Hunsrücks. Rund 100 000 Festmeter Sturmwurfholz hat es im Bereich des Forstamts Dhronecken gegeben, berichtet Hans-Jürgen Wagner. "Die Flächenwürfe belaufen sich auf rund 35 Hektar. Ein Großteil des geworfenen Holzes waren allerdings sogenannte Einzelwürfe", berichtet Wagner. 42 000 Festmeter Holz fielen zwischen Traben-Trarbach und Neumagen-Dhron an. "Auf rund 200 Hektar waren erhebliche Schäden zu verzeichnen. Etwa 30 Hektar sind vollständig entwaldet", sagt Traben-Trarbachs Forstamtsleiter Franz-Josef Sprute. Für den Bereich rund um Wittlich spricht Forstamtsleiter Ulrich Frömsdorf von rund 21 500 Festmeter Windwurfholz. "Das ist nur ein Viertel des jährlichen Holzeinschlages von rund 80 000 Festmeter Holz im Forstamt Wittlich", sagt Frömsdorf. Der Orkan ließ - anders als nach den Stürmen "Lothar" sowie "Vivian" und "Wiebke" - den Holzmarkt nicht zusammenbrechen. Der Wittlicher Forstamtsleiter geht beispielsweise davon aus, dass sich erst auf Dauer die wirtschaftlichen Folgen "Kyrills" zeigen werden. Traben-Trarbachs Forstamtsleiter Sprute geht davon aus, dass es aufgrund der Orkan-Folgen Verluste zwischen 20 und 30 Euro je Festmeter gab. "Hinzu kommt der Verlust von noch nicht hiebreifem Holz." Für die Wiederaufforstung der Freiflächen sei zudem ein Betrag von bis zu 10 000 Euro je Hektar einschließlich Folgekosten zu veranschlagen. "Die Wiederaufforstungen werden voraussichtlich im April abgeschlossen sein", sagt auch Hans-Jürgen Wagner vom Forstamt Dhronecken. Die Wiederbewaldung erfolge in großen Teilen durch Naturverjüngungen und künstliche Verjüngung mit Buche, Eiche, Bergahorn und auch Douglasie. Den Klimawandel im Blick werden oft Wärme liebende und trockenheitstolerante Baumarten bevorzugt. EXTRA Wo fiel was?: Im Zuständigkeitsbereich des am stärksten betroffenen Forstamts Dhronecken fielen Bäume vor allem in den Hochlagen und auf Bergkuppen des Hunsrücks. Zu 98 Prozent handelte es sich dabei um Fichten. Die Wälder rund um Irmenach, Lötz- beuren, Kleinich, Longkamp, Hochscheid, Kommen, Monzelfeld, Veldenz und Gornhausen bildeten den Schadensschwerpunkt im Zuständigkeitsbereich des Forstamts Traben-Trarbach. Rund um Wittlich gab es vor allem Einzelwürfe. Am schlimmsten traf es einen Hang bei Eckfeld. (har)