Neue Biografie: Elke Heinemann bearbeitet mehr als 1000 Briefe

Neue Biografie: Elke Heinemann bearbeitet mehr als 1000 Briefe

"Hinter jedem bedeutenden Mann steht eine starke Frau", heißt es. In besonderer Weise trifft dies auf die Beziehung zwischen Friedrich Karl und Charlotte Ströher zu. Nach dem frühen Tod des Malers widmete seine Frau ihr langes Leben ausschließlich der Bewahrung seines Werkes. Eine Biografie von Elke Heinemann beleuchtet nun das Leben dieser Frau.

Irmenach/Simmern. (WD) Die Historikerin Elke Heinemann konnte wahrlich aus dem Vollen schöpfen. Einen riesigen Fundus von mehr als 1000 von Charlotte Ströher geschriebenen Briefen hat sie in den vergangenen Jahren vollständig bearbeitet. Daraus entstand das detaillierte, an vielen Stellen sehr persönliche Bild einer Frau, der es zu verdanken ist, dass das großartige Werk ihres geliebten Mannes für die Nachwelt in einer ungewöhnlichen Vollständigkeit erhalten blieb.

Aus der Weltstadt ins stille Irmenach



Gegensätze ziehen sich bekanntlich an: Charlotte (1895-1991) und Friedrich Karl Ströher (1876-1925) waren ein ungleiches Paar. Sie entstammte einer behüteten Umgebung in den feinsten Kreisen der Hauptstadt Berlins, während Friedrich Karl Ströher im bäuerlichen Umfeld von Irmenach auf den kargen Hunsrückhöhen aufwuchs. Sein Talent trieb Ströher schon früh in die große Welt. Er hatte Ateliers in Berlin und Paris. Im Januar 1922 lernte der Maler die 20 Jahre jüngere Hebamme und Säuglingsschwester Charlotte Geisler in Berlin kennen. Die beiden fanden Gefallen aneinander. Nach Ströhers Rückkehr in den Hunsrück begann ein intensiver Briefkontakt. Schon im dritten Brief vom Februar 1922 machte der scheue Individualist Charlotte einen Heiratsantrag, den sie freudig annahm. Gegen alle Bedenken der Familie der Braut fand die Hochzeit im Mai in Berlin statt. Kurz darauf zog die junge Frau aus der Metropole in das stille Irmenach. Allen Widrigkeiten zum Trotz begann für das Paar eine schöne Zeit. Im Juli 1923 wurde der Sohn Peter geboren. Doch das Glück endete jäh. Am 14. Dezember 1925 starb Ströher.

Freundeskreis feiert 20-jähriges Bestehen



Trotz der Möglichkeit, jederzeit nach Berlin zurückkehren zu können, blieb die junge Witwe mit dem kleinen Kind im Hunsrück. All ihre Kraft widmete sie dem Kind und dem Werk ihres Mannes. Sie organisierte Ausstellungen, kaufte Bilder und Skulpturen zurück. 1991 starb Charlotte Ströher hochbetagt. Ihr Sohn Peter setzte ihre Arbeit fort und überführte den gesamten Nachlass in die "Stiftung Ströher", die heute im Simmerner Neuen Schloss beheimatet ist.

Vorgestellt wird das Buch am Sonntag, 6. Dezember, um 11.15 Uhr im Festsaal des Simmerner Schlosses. Gefeiert wird dann auch der 20. Geburtstag des "Freundeskreises Friedrich Karl Ströher", und in der Sammlung Ströher im Hunsrück-Museum wird die neue Ausstellung "Charlotte Ströher und das künstlerische Werk ihres Mannes" präsentiert.

Elke Heinemann, "Wo du bleibest, da bleibe ich auch..." - Das Leben der Charlotte Ströher 1895-1991. 216 Seiten mit vielen Abbildungen, 19,90 Euro. Bis 6. Dezember gilt einen Subskriptionspreis von 16,90.

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