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Neue Ehrenamtsbörse bündelt Hilfe

Solidarität in der Corona-Krise : Neue Ehrenamtsbörse in Morbach bündelt Hilfe

Im Morbacher Rathaus laufen die Fäden zusammen: Mehr als 100 Freiwillige bieten Unterstützung an.

„Es gibt hervorragende Angebote im Zusammenhang mit der Corona-Krise“, sagt Kerstin Thommes, „aber irgendwo müssen alle Aktivitäten gebündelt werden“. Die Tourismus-Chefin der Einheitsgemeinde Morbach, die in ihrem eigentlichen Amt derzeit nicht viel zu tun hat, widmet sich einer neuen Aufgabe. Sie koordiniert die neue Ehrenamtsbörse der Einheitsgemeinde. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Hackethal  spricht sie von einer „Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität“ im Gemeinwesen.

Es gebe beispielweise die Facebook-Gruppe „Morbach hilft sich“, die Beeindruckendes leiste, es gibt engagierte Vereine und Privatleute. „Aber irgendwo müssen die Fäden zusammenlaufen, die Wünsche der Hilfsbedürftigen und die Angebote der Vereine, Initiativen und Nachbarschaften gebündelt werden“, erklärt Thömmes weiter. Und das solle die Ehrenamtsbörse der Gemeinde Morbach leisten. Es sei inzwischen ein „Riesenpool von Ehrenamtlichen“, die tatsächliche Zahl an Ehrenamtlern kaum schätzbar. Thommes glaubt, dass es inzwischen deutlich mehr als 100 Menschen sind, die für andere einkaufen gehen, Botengänge erledigen, mit dem Hund Gassi gehen  oder jemanden zu einem unaufschiebbaren Arzttermin fahren wollen, wenn der Hilfsbedürftige anders nicht hinkomme. Die Zahl der potenziellen Helfer übersteigt die der Hilfesuchenden bei weitem.  „Dies ist zum einen sehr beeindruckend und beruhigend zugleich, die Situation kann sich aber auch schnell ändern. Dafür sind wir gewappnet“, sagt Thommes weiter. Natürlich vermittelt die Ehrenamtsbörse nicht nur Hilfe, sondern sie gibt den Ehrenamtlern auch Tipps an die Hand, wie die Hilfe kontakt- und damit auch risikolos für beide Seiten stattfinden kann.

Warum Thommes kaum schätzen kann, wie groß die Zahl der Helfer ist? Es sind bereits zahlreiche Vereine dabei: der Christliche Verein für Soziales Balkan, die Thekenkicker Gutenthal, der Christliche Hospizverein Morbach, das Ambulante Hospiz Morbach, das Projekt Miteinander in Morbach (Flüchtlingshilfe), der SV Morbach und der Sozialverband VdK. Es gibt zentrale Ansprechpartner, nach Ortsbezirken strukturiert, sodass sie in vielen Fällen zwar die Hilfe vermittle, aber gar nicht wisse, wer da im Einzelfall tätig werde. Die Hilfe kommt im Übrigen aus allen Alters- und Berufsgruppen. Unter den ersten, die sich bei der Ehrenamtsbörse als potenzielle Helfer gemeldet haben, waren übrigens zwei 15- und 16-jährige Schülerinnen. „Hut ab“, sagt Kerstin Thommes.

Initiativen im Internet seien prima, aber viele aus dieser Zielgruppe sei dort gar nicht unterwegs.  Deshalb gebe es auch Handzettel und Plakate, die auf die Börse aufmerksam machen, die man an Infotafeln hängen und in Briefkästen der älteren Menschen einwerfen kann, die möglicherweise noch nichts von dem neuen Angebot wissen. Die Unterstützung von älteren oder erkrankten Menschen sei während der Corona-Krise besonders wichtig. Die Ehrenamtsbörse soll allerdings eine dauerhafte Einrichtung werden.

Wer Hilfe benötigt oder anbieten möchte, kann sich wenden an Kerstin Thommes, Telefon 06533/71234 oder per E-Mail an gemeinsam@morbach.de